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Mordfall Buback : Schriftstück soll Hinweis auf Verstrickung Beckers liefern

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Verena Becker am Freitag im Bundesgerichtshof in Karlsruhe Bild: ddp

Ein wesentlicher Grund für die Verhaftung Verena Beckers ist nach einem „Spiegel“-Bericht ein handschriftliches Dokument des früheren RAF-Mitglieds. Darin setzt sie sich angeblich mit ihrer Verstrickung in die Ermordung Michael Bubacks auseinander.

          Die frühere RAF-Angehörige Verena Becker ist wegen Verdachts auf eine Beteiligung am 32 Jahre zurückliegenden Mord an Generalbundesanwalt Siegfried Buback in Untersuchungshaft genommen worden. Der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof habe diese nach der Vernehmung der 57 Jahre alten Frau angeordnet, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Weitere Einzelheiten gab die Anklagebehörde am späten Freitagabend nicht bekannt.

          Ein wesentlicher Grund für die Verhaftung ist nach einem „Spiegel“-Bericht ein handschriftliches Dokument Beckers, das bei der Durchsuchung ihrer Wohnung gefunden worden sei. In den Notizen stelle sich Becker in einer Art Selbstgespräch die Frage, ob sie für Buback beten und wie sie sich mit dem Thema Schuld auseinandersetzen solle, berichtete das Nachrichtenmagazin am Samstag vorab, Das Papier sei auf den 7. April 2009 datiert, dem 32. Todestag Bubacks.

          Die Wohnung Beckers war nach Angaben der Bundesanwaltschaft nach dem Entdecken neuer Indizien vor einer Woche durchsucht worden. Dabei handelte es sich um DNA-Spuren Beckers an Bekennerschreiben, die aufgrund moderner Techniken erst jetzt entdeckt wurden. Der „Spiegel“ berichtete, Auslöser der Durchsuchung sei ein abgehörtes Telefongespräch gewesen. Dort habe sich Becker nach Verschlüsselungsmethoden für ihre Computer erkundigt. Der Verschlüsselung hätten die Ermittler zuvorkommen wollen und seien deswegen in die Wohnung eingedrungen.

          Michael Buback: „Wer schützt Verena Becker?”

          Becker wird als Mittäterin bei Vorbereitung und Ausführung des Anschlags auf Buback verdächtigt. Es gibt nach Angaben der Bundesanwaltschaft allerdings keinen Verdacht, dass sie auch die tödlichen Schüsse am 7. April 1977 abgegeben hat. Neben Buback starben auch dessen Fahrer Wolfgang Göbel und der Personenschützer Georg Wurster. Die „Rote Armee Fraktion“ (RAF) wollte ein marxistisches Gesellschaftssystem erzwingen. Bei ihren Attentaten starben rund 30 Menschen.
          Bubacks Sohn Michael zeigte sich erleichtert. Er hoffe, dass es zu einem Prozess komme und dabei die gesamte Wahrheit über das Attentat auf seinen Vater ans Licht komme, sagte er im NDR.

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