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Morde von Hanau : Die Saat des Bösen

Bundespräsident Steinmeier und Ministerpräsident Bouffier am Donnerstag mit ihren Ehefrauen in Hanau Bild: Wolfgang Eilmes

Bluttaten wie in Hanau kommen nicht aus heiterem Himmel, sondern aus der Hölle des Hasses und der Verblendung. Wer der Radikalisierungsleiter Sprossen hinzufügt, trägt eine Mitverantwortung, wenn der Wahn zu einer Wahnsinnstat führt.

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          Ein Land steht still. In Berlin, Hamburg und vielen anderen deutschen Städten bekunden Bürger und Politiker ihre Erschütterung über den Massenmord von Hanau und ihr Mitgefühl mit den Angehörigen der Opfer. Entsetzen verbreitetet die Bluttat auch jenseits der deutschen Grenzen. Erinnerungen an Attentate und Amokläufe werden wach, die ebenfalls aus heiterem Himmel gekommen zu sein schienen und Tod und Angst in den Alltag friedlicher Gesellschaften trugen.

          Doch die Bluttaten kommen nicht aus dem hellblauen Nichts, sondern aus der Hölle des Hasses, der Verblendung und des Wahns. Die Täter glauben oder geben zumindest vor, mit dem Abschlachten von Menschen einer „höheren“ Sache zu dienen. Den ideologischen Überbau dafür, ob islamistischer, links- oder rechtsextremistischer Natur, liefern zahllose Hassprediger per Internet frei Haus.

          Besonders leicht geht die Saat des Bösen bei jenen auf, die schon in einer Welt der Verschwörungstheorien leben, die psychisch instabil und gewaltbereit sind. Über die Äußerung des AfD-Vorsitzenden Meuthen, der Massenmord von Hanau sei „weder rechter noch linker Terror“, sondern „die wahnhafte Tat eines Irren“, kann man schon deswegen nur den Kopf schütteln. Es gibt keinen Terrorismus ohne Wahn. Auch Fremdenhass, der am Ende einer Radikalisierungsleiter zur Pistole greift, gehört dazu. Alle, die dieser Leiter mit „Umvolkungs“- Phantasien und anderer Hetze Sprossen hinzufügen, tragen eine Mitverantwortung, wenn der Wahn zu einer Wahnsinnstat führt.

          Von der AfD ist keine Umkehr zu erwarten

          Von der AfD ist, wie Meuthens Reaktion zeigt, selbst nach einem solchen Massaker keine Umkehr zu erwarten. Die anderen Parteien aber müssen den Sumpf austrocknen, in den die Extremisten ihr faules Wasser leiten. Hass und Hetze dürfen nicht länger achselzuckend hingenommen werden, weder von den Bürgern noch von ihrem Staat.

          Die Grenzen der Meinungsfreiheit sind stärker zu bewachen – aber auch nicht enger zu ziehen, als es einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung angemessen ist. Ihre Feinde würden versuchen, auch das gegen sie zu verwenden.

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