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Polizeipräsident Kretzschmar : „Morddrohung bei ,LinX‘-Demo wird Konsequenzen haben“

  • Aktualisiert am

Bei der größten radikal linken Demonstration seit Jahren in Leipzig war es am Samstag zu Ausschreitungen gekommen. Bild: dpa

„Wir werden alles dafür tun, durch Auswertung der Videos die Straftäter zu überführen“, sagt der Polizeipräsident. Grünen-Chef Habeck kritisiert das Banner mit der Drohung als „widerwärtig“.

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          Die Morddrohung auf einem Banner bei der „Wir sind alle LinX“-Demonstration in Leipzig soll Konsequenzen haben. Die Polizei habe Videoaufnahmen gemacht, teilte Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar am Sonntag mit. „Wir werden alles dafür tun, durch Auswertung der Videos die Straftäter zu überführen.“ Während der Demo habe die Polizei das Transparent nicht eingezogen, weil eine Eskalation gedroht habe.

          Ein schwarzer Block innerhalb der Demonstration hatte ein Transparent mit einer Drohung gegen den Chef des Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrums (PTAZ) getragen. „Bald ist er aus Dein Traum, dann liegst Du im Kofferraum“ war auf dem Stoffbanner hinter dem Namen des PTAZ-Chefs zu lesen. Das wurde als Anspielung auf den RAF-Mord an Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer gewertet. Er wurde 1977 erschossen im Kofferraum eines Autos gefunden.

          Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar
          Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar : Bild: dpa

          Auch Grünen-Chef Robert Habeck hat die Drohungen scharf verurteilt. „Morddrohungen, in diesem Fall gegen den Leiter der Sonderkommission, sind widerwärtig“, sagte Habeck am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. „So wie Mordaufrufe auf Plakaten von rechts nicht hinnehmbar sind, kann man auch Morddrohungen gegen Polizisten nicht einfach hinnehmen. Das ist kein Spiel. Gewalt und Gewaltandrohungen sind in keinster Weise akzeptabel.“

          „Beachtlich ist, dass die Polizei nach unserem Kenntnisstand so besonnen gehandelt und deeskaliert hat“, sagte Habeck. „Dafür gebührt ihnen mein Respekt.“

          Flaschen und Böller flogen

          Scharfe Kritik kam am Sonntag auch von Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). „Steinwürfe, Brandstiftung, verletzte Polizisten: Diese Demonstration war nicht friedlich. Erschreckend: Auf einem Hass-Transparent wird an die Morde der linksterroristischen RAF angespielt. Von dieser Demonstration müssen sich Demokraten distanzieren“, erklärte der SPD-Politiker.

          Der Generalsekretär der sächsischen CDU, Alexander Dierks, bezeichnete die Ereignisse als „inakzeptabel“. Wieder einmal sei Leipzig „in Geiselhaft von Linksextremen genommen“ worden.

          Bei der größten radikal linken Demonstration seit Jahren in Leipzig war es am Samstag zu Ausschreitungen gekommen. Während des Aufzugs von der Innenstadt in den Leipziger Süden wurden mehrere Bankgebäude mit Steinen beworfen. Gegen die Fassade der Polizeidirektion Leipzig flogen Flaschen und Böller.

          Nach dem offiziellen Ende entzündeten Vermummte im Stadtteil Connewitz eine große Barrikade und ein weiteres Feuer auf der Straße. An der Demo unter dem Motto „Wir sind alle LinX“ hatten sich mehrere tausend Menschen beteiligt. Es war bundesweit mobilisiert worden.

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