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Mordfall in Freiburg : Eine Nachricht wert

Einen Mordfall unterdrücken, weil ein Flüchtling verdächtig ist? Wer von vornherein krampfhaft möglichen Beifall von der „falschen Seite“ vermeiden will, der hat ihn schon sicher.

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          Ein unfassbares Verbrechen geschah in Freiburg. Ein Mann, der öffentlich uriniert hatte, wurde zu Tode geprügelt. Ein Verdächtiger hat einen Migrationshintergrund. Noch ist die Tat nicht aufgeklärt. Aber zweifellos ist das ein Ereignis nicht nur von regionaler Bedeutung.

          Das gilt auch für die Vergewaltigung und Ermordung einer Studentin. Solch ein Verbrechen hat es in der beschaulichen Universitätsstadt lange nicht gegeben. Zusätzliche Aufmerksamkeit erregte der Fall, weil nicht weit entfernt noch eine junge Frau missbraucht und ermordet wurde. Dass nach einer aufwendigen Fahndung nun ein Verdächtiger festgenommen wurde, ist eine Nachricht wert.

          Man kann darüber streiten, wie ein solcher Fall medial und politisch zu bewerten ist. Sollte aber die Tatsache, dass der Verdächtige als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling in dieses Land gekommen (und bei einer Freiburger Familie untergekommen war), dazu führen, diese Nachricht nicht hoch zu hängen? Das wäre eine Berichterstattung nach dem Motto: Was die Menschen wirklich interessiert, interessiert uns nicht. Die Einordnung des Falls, die Art und Weise seiner Erzählung, bleibt ja immer noch eine Herausforderung. Aber wer von vornherein krampfhaft möglichen Beifall von der „falschen Seite“ vermeiden will, der hat ihn schon sicher.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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