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Mord an Teenager : Hamburger Ärzte sollen bei Suche nach angeblichem IS-Attentäter helfen

  • Aktualisiert am

Aufnahmen vom Tatort unter der Kennedybrücke in Hamburg Bild: dpa

Ein Jugendlicher wird in Hamburg erstochen, das Motiv ist unklar. Später brüstet sich der IS in einem Bezichtigungsschreiben mit der Tat. Jetzt sollen Ärzte helfen, den Täter zu finden. Was bekannt ist und was nicht.

          Ein junges Paar läuft Mitte Oktober an der Außenalster entlang. Ein Mann springt auf den 16 Jahre alten Victor E. und seine 15 Jahre alte Freundin zu. Er sticht auf den Gymnasiasten ein, der Jugendliche stirbt nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus. Der Mordfall bleibt für die Ermittler zunächst mysteriös, ein Motiv ist nicht erkennbar.

          Zwei Wochen später, am vergangenen Wochenende, berichtet die dschihadistische Nachrichtenagentur „Amaq“, der angebliche Mörder sei ein Attentäter des IS. Sollte das stimmen, würde ein normaler Mordfall zum ersten Terroranschlag des IS in Deutschland mit einem Todesopfer unter den Angegriffenen. Bei den vom IS motivierten Anschlägen nahe Würzburg und in Ansbach starben beide Attentäter, es gab zahlreiche Verletzte.  

          Die Polizei setzt auf der Suche nach dem Täter auf die Hilfe von Tausenden Ärzten in der Hansestadt, wie am Montagabend bekannt wurde. Die in Hamburg gemeldeten Ärzte wurden gebeten, Männer mit Schnittverletzungen an der Hand zu melden. Über 11.500 Ärzte haben die Nachricht per Mail bekommen.

          Wie ein Sprecher der Polizei mitteilte, sei es möglich, dass sich der Täter bei den tödlichen Messerstichen selbst verletzt hat. Die Hamburger Polizei ermittelt in dem Fall weiter in alle Richtungen, wie sie betont. Die angebliche Mitteilung der Terrororganisation IS wird geprüft, auch der Staatsschutz ermittelt. Ansonsten schweigt die Polizei.

          Das ist bekannt

          Der Tatverdächtige ist laut der Fahndung der Polizei zwischen 23 und 25 Jahre alt. Er soll nach Angaben der Freundin von Viktor E. 1,80 bis 1,90 Meter groß sein, Dreitagebart tragen und von „südländischer Erscheinung“ sein. Ein Phantombild des jungen Mannes gibt es vorerst nicht. Die 15 Jahre alte Frau wurde während des Angriffs ins Wasser gestürzt, konnte an das Ufer schwimmen und blieb unverletzt.

          Nach der eigentlichen Tat, als es noch kein Bezichtigungsschreiben des IS gab, rätselte die Polizei über das Motiv für die Tat. Es gab keinen persönlichen Konflikt zwischen Victor E. und dem Tatverdächtigen, auch auf andere Motive deutete nichts hin. Ein Angriff aus dem Nichts.

          Das ist nicht bekannt

          Sollte sich herausstellen, dass es sich tatsächlich um einen Anschlag handelte, ist das Motiv weiterhin unklar. Wurde Victor E. willkürlich ausgewählt? Sollten Mordkommission und Staatsschutz eine Verbindung zum IS bestätigen können, wie sind dann die Terrororganisation und der Tatverdächtige zusammengekommen? Handelt es sich um eine Radikalisierung durch das Internet? Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen bekundete mehrfach, dass es die Ermittlungsbehörden vor einer besonderen Herausforderung stelle, radikalisierte Einzeltäter des IS vorher aufzuspüren. Über den Tatverdächtigen ist in den Medien zumindest bislang nur bekannt, was die Freundin des getöteten Victor E. gesehen und der Polizei geschildert hat. 

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