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Grünen-Ministerin im Interview : „Wir sind nicht bei ,Wünsch dir was‘, sondern bei ,So isses‘“

  • -Aktualisiert am

Mona Neubaur im Interview an einer neu errichteten Ladestation für Elektroautos in Düsseldorf Bild: Stephan Lucka

Mona Neubaur, die Wirtschaftsministerin Nordrhein-Westfalens, plädiert im Interview für eine pragmatische Energiepolitik. Einen längerfristigen Betrieb von Atomkraftwerken lehnt die Grünen-Politikerin aber ab.

          6 Min.

          Frau Ministerin, dieses Gespräch findet auf Ihren Vorschlag in einer nach ökologischen Standards gebauten Ladestation für Elektroautos an der Autobahn bei Düsseldorf statt. Der Ort soll vermutlich für Ihr Vorhaben stehen, den ökologischen Umbau im industriellen Herzland der Republik voranzutreiben. Seit Sie vor eineinhalb Monaten ins Amt kamen, überlagert der Ukrainekrieg und die Energiekrise alles. Muss die große Transformation verschoben werden?

          Reiner Burger
          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Wir leben in einer Epoche, die geprägt ist von der zugegebenermaßen höchst anstrengenden Gleichzeitigkeit mehrerer Krisen. Das erfordert von einer grünen Wirtschaftsministerin zunächst einmal, dass sie Haltung und Pragmatismus verbindet und entsprechend agiert. Es muss darum gehen, die Probleme und Herausforderungen im Hier und Jetzt zu lösen. Konkret bedeutet das für mich: Versorgungssicherheit für Wirtschaft und Industrie zu gewährleisten und damit Arbeitsplätze und letztlich auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu erhalten. Gerade dieser Ort hier zeigt aber doch exemplarisch, was möglich ist, wenn wir die Transformation mutig angehen und sie eben nicht weiter aufschieben. Wenn wir neben vielem anderen auch die klimaneutrale Mobilität entschlossen voranbringen, machen wir uns Schritt für Schritt von fossilen Energieträgern unabhängig. Dass durch den verbrecherischen Überfall Russlands auf die Ukraine in Zwischenschritten fossile Quellen etwas länger genutzt werden müssen, lässt sich für mich dann vertreten, wenn wir zugleich umso entschlossener am ökologischen Umbau der Sozialen Marktwirtschaft arbeiten. Und das tun wir gerade.

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