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Modellbau-Affäre : Haderthauer muss zahlen

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Hubert Haderthauer bei der Verhandlung im Landgericht München: Er darf gegenwärtig seine Dienstgeschäfte als Landgerichtsarzt nicht führen Bild: dpa

Das Landgericht München verurteilt Hubert Haderthauer wegen Steuerhinterziehung und versuchten Betrugs zu einer Geldstrafe. Die Affäre um den Handel mit von Straftätern gebauten Modellautos ist für ihn aber noch nicht ausgestanden.

          Es ist nur ein vorläufiger Schlusspunkt in einer Affäre, die das politische Bayern erschüttert hat: Das Landgericht München II hat Hubert Haderthauer, den Mann der früheren Staatskanzleiministerin Christine Haderthauer, zu einer Geldstrafe verurteilt. Der Prozess gegen den Landgerichtsarzt war eine der vielen Verzweigungen des Handels mit Modellautos, die psychisch kranke Straftäter in staatlicher Obhut fertigten.

          Mit der Frage, wie es geschehen konnte, dass sich unter der Bezeichnung „Arbeitstherapie“ ein lukratives Geschäft entwickelte, an dem das Ehepaar Haderthauer in unterschiedlichen und wechselnden Rollen beteiligt war, befasst sich ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss. Das Strafverfahren gegen Hubert Haderthauer hatte einen anderen Fokus: Das Landgericht hat ihn wegen Steuerhinterziehung in zwei Fällen und versuchten Betrugs zu Lasten eines Mitgesellschafter des Modellbau-Unternehmens, eines französischen Jagdwaffenhändlers, verurteilt.

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          Anders als ihrem Mann ist Christine Haderthauer, der einst zugetraut wurde, die erste Ministerpräsidentin Bayerns zu werden, ein Strafprozess erspart geblieben. Die CSU-Politikerin, die noch im Landtag sitzt, hat einen Strafbefehl wegen Steuerverkürzung akzeptiert. Die öffentliche Aufmerksamkeit, die ihrem Fall – im doppelten Wortsinn – galt, musste Hubert Haderthauer in dem Münchner Verhandlungssaal alleine ertragen.

          Das Landgericht hat in dieser Prangerwirkung einen Grund gesehen, die Strafe zu mildern. Die Richter der 5. Strafkammer bezifferten die Einkommensteuer, die Haderthauer in den Jahren 2008 und 2011 hinterzog, zwar auf stattliche 49.759 Euro, hielten aber auch unter Berücksichtigung des versuchten Betrugs eine Geldstrafe von 270 Tagessätzen für schuldangemessen, bei einer Tagessatzhöhe von je siebzig Euro.

          Für Hubert Haderthauer ist mit dem Urteil, das noch nicht rechtskräftig ist, die Affäre nicht ausgestanden. Er darf gegenwärtig seine Dienstgeschäfte als Landgerichtsarzt in Ingolstadt nicht führen; in einem Disziplinarverfahren wird ihm vorgeworfen, für den Handel mit den Modellautos keine Nebentätigkeitsgenehmigung gehabt zu haben. Hubert Haderthauer hatte vor seiner Tätigkeit als Landgerichtsarzt im Bezirkskrankenhaus Ansbach gearbeitet und dort einen Patienten betreut, der drei Männer aus sexuellen Motiven ermordet hatte.

          Der Dreifachmörder, ein gelernter Stahlbauschlosser, war in der Lage, zusammen mit anderen Patienten Modellautos zu bauen, die als mechanische Wunderwerke Höchstpreise erzielten. Zunächst wurde Christine Haderthauer – damals noch ohne politische Ämter – Geschäftsführerin eines Unternehmens, das die Modellautos vermarktete, später folgte ihr Hubert Haderthauer in dieser Funktion nach. Für die Modellautos wurden bis zu fünfstellige Euro- und Dollarbeträge bezahlt. Wie hoch der politische und juristische Preis ist, den das Ehepaar Haderthauer für sein Geschäftsmodell entrichten muss, steht auch nach dem Urteil des Landgerichts nicht endgültig fest.

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