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Modellauto-Affäre : Druck auf Haderthauer wächst

  • -Aktualisiert am

Bayerns Staatskanzleiministerin Christine Haderthauer (CSU) Bild: dpa

Die Betrugsermittlungen gegen Bayerns Staatskanzleiministerin können formell beginnen, ihre Immunität ist nun aufgehoben. Christine Haderthauer unterschätze die politische Brisanz der Modellauto-Affäre, wird in der CSU befürchtet.

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          In Bayern wächst in der Modellauto-Affäre der Druck auf Staatskanzleiministerin Christine Haderthauer (CSU). Der Landtag legte nach Angaben der zuständigen Staatsanwaltschaft München II bis zum Ablauf der entsprechenden Frist am Donnerstag keinen Widerspruch ein. Nun kann die Staatsanwaltschaft formell gegen die Ministerin wegen des Vorwurfs ermitteln, sie und ihr Mann hätten einen früheren Geschäftspartner betrogen. Bislang war die Staatsanwaltschaft durch die Immunität, die Haderthauer als Landtagsabgeordnete genießt, auf Vorermittlungen beschränkt. Die Oppositionsparteien erwägen weiterhin, einen Untersuchungsausschuss einzusetzen.

          Haderthauer blieb am Donnerstag bei ihrer Darstellung, dass sie seit 2003, als sie in den Landtag gewählt wurde, keinen Einfluss auf die Geschäfte eines Unternehmens genommen habe, das Modellautos vermarktete. Die Modelle fertigten psychisch kranke Straftäter im Maßregelvollzug. Den Konstrukteur der Modelle, einen dreifachen Mörder, lernte ihr Mann Hubert Haderthauer kennen, als er als Arzt im Bezirkskrankenhaus Ansbach arbeitete. An dem Unternehmen war bis 2003 Christine, danach Hubert Haderthauer beteiligt. 2008, als Christine Haderthauer Sozialministerin wurde, wurde das Unternehmen verkauft.

          „Alltäglicher Vorgang“

          Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ erhielt Christine Haderthauer noch 2008 zwei Zahlungen des Modellauto-Unternehmens. Sie sagte am Donnerstag, dabei habe es sich lediglich um Erstattungen gehandelt. Sie habe zuvor irrtümlich von ihrem Konto Rechnungen einer PR-Firma bezahlt, die für das Unternehmen ihres Mannes bestimmt gewesen seien. Das sei ein „alltäglicher Vorgang, der in jedem Kleinunternehmen mal vorkommt“, sagte Haderthauer.

          In der CSU herrscht die Befürchtung, dass die Affäre die Partei die ganze Sommerpause lang in den Schlagzeilen halten könnte. Haderthauer müsse von sich aus in der Öffentlichkeit Klarheit schaffen und nicht immer nur auf neue Vorwürfe reagieren, heißt es in der Partei.

          Skepsis verursacht auch, dass Haderthauer noch in der vergangenen Woche die Vorwürfe als „Sommertheater“ der Opposition abgetan habe. Sie könne offenbar nicht einschätzen, wie politisch brisant die Affäre jenseits juristischer Bewertungen sei.

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