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Mobbing bei den Piraten? : Pirat: Wurde mit Lan-Kabel geschlagen

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Gehören Schläge mit Lan-Kabeln zum Umgang bei den Piraten? Bild: dapd

Nachdem der Bundespressesprecher der Piraten zurückgetreten ist, erhebt er schwere Vorwürfe gegen seine Partei: Es gebe etliche Fälle von Mobbing, sagte er der F.A.Z. Er selbst sei unter anderem beschimpft und mit einem Lan-Kabel geschlagen worden.

          Der am vergangenen Freitag zurückgetretene Bundespressesprecher der Piraten, Christopher Lang, erhebt schwere Vorwürfe gegen seine Partei. Im Kampf um Posten gebe es etliche Fälle von „Mobbing“, sagte er der F.A.Z. Als Beispiel gab er an, dass er von einem Mitglied der Berliner Fraktion öffentlich beschimpft und auf einer Landesmitgliederversammlung „mit einem Lan-Kabel geschlagen“ worden sei. Der Abgeordnete weist die Vorwürfe als „totalen Blödsinn“ zurück.

          Lang beklagt außerdem, dass der Ende April neu gewählte Bundesvorstand ihm ohne Angabe von Gründen das Vertrauen entzogen habe. Zudem habe die Parteispitze seine Kündigung an die Presse gegeben, so dass ein freiwilliger Rücktritt „nicht glaubhaft“ gewesen sei. Im Internet schreibt Lang: „Es reicht nicht Wasser zu prädigen (sic) und selbst Wein zu trinken, dieses Plädoyer trifft mich ebenso wie viele die es lesen, wir sollten uns dem nur stets bewusst sein. Wir können nicht anderen Parteien vorwerfen bürgerfern zu sein, Machtspielchen oder Grabenkämpfe zu spielen, zu mobben uvm. Wir müssen diesen Anspruch auch an uns selbst richten und mit guten Beispiel voran gehen. Wie sollen wir sonst beweisen, dass eine andere Art der Politik möglich ist?“

          In der Partei heißt es aber auch, Lang habe sich darüber geärgert, dass der Vorstand nicht ihn, sondern Anita Möllering als Pressesprecherin auf 800-Euro-Basis eingestellt habe. Lang selbst arbeitete wie fast alle anderen aktiven Piraten ehrenamtlich. Der Vorstand soll außerdem mit seiner Arbeit unzufrieden gewesen sein.

          Auch die ehemalige Beisitzerin im Bundesvorstand Gefion Thürmer, die bis vor kurzem die Pressearbeit koordiniert hat und im April nicht wieder in den Vorstand gewählt wurde, kritisiert in einem Blogeintrag die neue Parteispitze. Einige Vorstandsmitglieder hätten „aktiv destruktiv“ in das Presseteam eingegriffen. „Das Team wurde auf der eigenen Mailingliste angepampt, wo Motivation benötigt worden wäre.“ Zudem sei sie telefonisch gebeten worden, „die Schwachpunkte einzelner Personen zu benennen, damit man sich ihrer einfacher entledigen könne“. Unter diesen Bedingungen, schreibt Thürmer, werde „die Leistung und Qualität unserer Pressearbeit“ leiden. Es sei absehbar, dass „wir zukünftig in der Pressegruppe genausoschnell Personen verbrennen werden wie anderswo.“

          Das frühere Bundesvorstandsmitglied Andi Popp dagegen schreibt auf seinem Blog, in der Pressegruppe der Partei hätten zunehmend „persönliche Animositäten“ darüber entschieden, welche Pressemitteilungen veröffentlicht wurden und welche nicht. Das wolle der neue Bundesvorstand nun ändern.

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