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Mitglieder verloren : Die SPD schwächelt

  • -Aktualisiert am

Schon im sozialdemokratischen System angekommen? Olaf Scholz. Bild: AP

Die SPD ist Kanzlerpartei – aber verliert Mitglieder. Olaf Scholz wird das ändern müssen. Dass Parteien noch immer attraktiv sein können, demonstrieren die Grünen.

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          Die SPD stellt den Kanzler – was interessiert es sie da, ob sie Mitglieder verliert? Doch, der Partei muss das Sorgen bereiten. Nicht nur, weil sie im Wahlkampf offensichtlich schummelte, als sie stolz von der Kraft der 400.000 Mitglieder schwärmte. Die SPD fühlte sich in der Vergangenheit immer dann stark, wenn sie Teil einer Bewegung war. Nach dem Motto: Mit uns zieht die neue Zeit.

          So war es Ende der Sechziger- und Anfang der Siebzigerjahre mit Willy Brandt, so war es am Ende des Jahrtausends mit Gerhard Schröder. Und jetzt Olaf Scholz? Die aktuellen Zahlen zeigen: Ein Scholz macht noch keine Bewegung.

          Die SPD hat einen stringenten und reibungsfreien Wahlkampf geführt. Aber sie hatte eben auch Glück: Merkel trat nicht mehr an, die Unionsparteien waren zerstritten, Scholz hatte sich über Jahre in der Beliebtheitsskala der Bürger nach oben geschoben – als viele ansonsten den Glauben an die SPD schon verloren hatten. Am Ende gelang es Scholz, auch seine Partei nach oben zu ziehen. Der noch ziemlich neue Kanzler träumt jetzt schon von einem sozialdemokratischen Jahrzehnt. Dafür braucht er zwar in erster Linie Wählerstimmen und nicht Neumitglieder.

          Aber Scholz – Wahlgewinner mit einmal gerade 25,7 Prozent – wird sich nicht abkoppeln können von dem schwächelnden Eindruck, den seine Partei hinterlässt. Und dass die Mitgliedschaft in einer Partei für viele Bürger noch immer eine erwägenswerte Sache ist, zeigen die Grünen.

          Mona Jaeger
          Stellvertretende verantwortliche Redakteurin für Nachrichten und Politik Online.

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