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Mit großer Mehrheit : Bundestag billigt Entsendung von Soldaten nach Mali

  • Aktualisiert am

Bekommen demnächst deutsche Unterstützung: Französische Soldaten im Norden Malis. Bild: AP/dpa

Der Bundestag hat der Entsendung deutscher Soldaten ins afrikanische Krisenland Mali mit großer Mehrheit zugestimmt. 230 Soldaten sollen insgesamt entsandt werden.

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          Der Bundestag hat der Entsendung deutscher Soldaten ins afrikanische Krisenland Mali am Donnerstag mit großer Mehrheit zugestimmt. Das gab Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) bekannt. Mit dem Votum können nun bis zu 180 Bundeswehrsoldaten für die EU-geführte Ausbildungsmission und 150 weitere Soldaten für die logistische Unterstützung des französischen Einsatzes nach Mali entsandt werden.

          Die Bundeswehr hatte bereits im Januar mit der logistischen Unterstützung des Kampfeinsatzes französischer und afrikanischer Truppen begonnen. Drei Transportflugzeuge vom Typ Transall haben in 117 Flügen bereits rund 570 Soldaten und etwa 290 Tonnen Material in den Einsatz gebracht. Dafür sind derzeit 63 Soldaten auf einem Stützpunkt in der senegalesischen Hauptstadt Dakar stationiert.

          Der Ausbildungseinsatz der EU mit insgesamt bis zu 500 Soldaten soll spätestens Anfang April beginnen. Die Bundeswehr stellt dafür zunächst 40 Pionier-Trainer und 40 Sanitäter und Ärzte zur Verfügung, die in Koulikoro 65 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bamako stationiert werden - mehrere hundert Kilometer vom Kampfgebiet entfernt.

          Breite Mehrheit für Einsatz

          Für den Ausbildungseinsatz stimmten 496 von 567  Abgeordneten, 67 waren dagegen, vier enthielten sich. Für die logistische Unterstützung waren 492 von 566 Parlamentariern. 66 votierten mit Nein, es gab acht Enthaltungen.

          Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hatte die Soldaten bereits bei der ersten Beratung im Bundestag auf einen langen und möglicherweise gefährlichen Einsatz eingestellt. „Kein Einsatz ist ein Spaziergang“, sagte er. Zunächst sind die Missionen aber auf ein Jahr befristet.

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