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Missbrauch in der Kirche : Kleriker, die sich hinter dem Rechtsstaat verstecken

Kardinal Rainer Maria Woelki Bild: dpa

Welcher Bischof, Generalvikar oder Personalchef hat geholfen, Missbrauch an Kindern zu ermöglichen? Kardinal Woelki versprach Offenheit. Doch fürs erste obsiegen die potentiellen Mittäter.

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          Das Projekt sollte ein Meilenstein auf dem langen Weg der Aufarbeitung der unheilvollen Geschichte sexueller Gewalt in der katholischen Kirche in Deutschland sein: Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki selbst wollte in Erfahrung bringen, wer als Bischof, Generalvikar oder Personalchef einst dabei war, als es darum ging, sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen, zu vertuschen oder auch zu sanktionieren.

          Und anders als unter seinem Münchner Antipoden Reinhard Kardinal Marx, der vor zehn Jahren eine vergleichbare Untersuchung in Auftrag gegeben hatte, sollten in Köln diesmal auch die Betroffenen und die Öffentlichkeit erfahren, wer welche Entscheidungen wie getroffen hat. Doch soweit wird es nicht kommen – jedenfalls nicht so schnell.

          Potentielle Mittäter haben die Kölner Bistumsleitung mit juristischen Winkelzügen und Drohungen derart unter Druck gesetzt, dass der fertige Bericht nicht, wie seit Monaten geplant, am Donnerstag veröffentlicht wird. Formaljuristisch mag vielleicht alles mit rechten Dingen zugehen. Doch moralisch ist die Vorstellung einfach nur unerträglich, dass Kleriker, die ihren Teil dazu beitrugen, dass sich ihresgleichen an Kindern und Jugendlichen auf schwerste Weise versündigen konnten, und überdies Täter womöglich auch noch vor staatlicher Strafverfolgung schützten, sich nun hinter dem Vorgang des Rechtsstaates verstecken (können). 

          Daniel Deckers
          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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