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Kindesmissbrauch im Sport : Systemversagen

Auch beim Schwimmen kommt es immer wieder zu Übergriffen. Bild: dpa

Wenn Kinder und Schutzbefohlene in der Kirche sexueller Gewalt ausgesetzt sind, ist der Aufschrei groß – zu Recht. Im Sport sind die Risiken nicht geringer. Die Politik hat es bislang kaum gestört.

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          Auf dem Feld der Prävention sexualisierter Gewalt wurden Fortschritte gemacht, aber nach wie vor gibt es erheblichen Handlungsbedarf angesichts des Leids, das Tausenden, wenn nicht Zehntausenden in den vergangenen Jahrzehnten angetan wurde: So könnte eine Bilanz des Umgangs mit dem Thema sexueller Kindesmissbrauch in den beiden Kirchen klingen.

          Doch um diese Institutionen geht es ausnahmsweise nicht. Im Bereich des organisierten Sports steht es um das Thema Aufarbeitung nicht besser als im Raum der Kirchen: So hat es die Unabhängige Aufarbeitungskommission (UAK) auf der Basis zahlreicher schriftlicher und mündlicher Berichte schwarz auf weiß festgehalten.

          Und wie im Raum der Kirchen, so ist auch im Spitzen- wie im Breitensport längst klar, was im Interesse der Betroffenen zu tun ist: Es braucht unabhängige Anlaufstellen, ein niedrigschwelliges Hilfesystem und ein Recht der Betroffenen auf umfassende unabhängige Aufarbeitung dessen, was ihnen angetan wurde.

          Die Kirchen wollen von all dem auch deswegen bis heute nicht viel wissen, weil sie sich unter Verweis auf ihr Selbst­bestimmungsrecht vor staatlichen Durchgriffsversuchen sicher fühlen können. Beim Sport liegen die Verhältnisse anders. Dort hat die Politik in Gestalt üppiger finanzieller Zuwendungen einen mächtigen Hebel. Sie sollte ihn endlich nutzen.

          Daniel Deckers
          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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