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Missbrauch im Erzbistum : Kölner Wirren

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki Bild: dpa

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki ist in der Weigerung, Verantwortung zu übernehmen, nur einer von vielen. Die Bischöfe haben allesamt die Zukunft der Kirche in Deutschland aufs Spiel gesetzt.

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          Mehr als drei Monate sind vergangen, seit der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki auch den Betroffenenbeirat des Erzbistums für seinen Plan gewann, ein von ihm in Auftrag gegebenes Missbrauchsgutachten unter Verschluss zu halten und ein neues anfertigen zu lassen. Was seither geschehen ist, füllte schon jetzt eine stattliche Chronik, die mit „Kölner Wirren“ noch wohlwollend überschrieben wäre. Denn ein Ende der Selbstzerstörung der Kirche im „hillije Kölle“ ist nicht abzusehen.

          Einfache Priester kündigen mal laut, mal leise dem Erzbischof ihre Loyalität auf. Domkapitulare verzweifeln an der Bunkermentalität, die der Kardinal und seine Beraterinnen und Berater an den Tag legen. Der Diözesanrat, der ein breites Spektrum von Verbänden und Räten der traditionsreichen Diözese repräsentiert, hält in nie dagewesener Einmütigkeit dem Kardinal vor, als moralische Instanz versagt zu haben. Engagierte Katholiken treten in Scharen aus der Kirche aus – wenn sie überhaupt einen Termin bekommen. Es ist auch ihr Geld, mit dem das Erzbistum sogenannte Spitzenanwälte und Krisenkommunikationsagenturen alimentiert. Die Honorare für Gutachter und Berater dürften längst alles in den Schatten stellen, was das Erzbistum an Entschädigungszahlungen für Opfer sexueller Gewalt übrig hatte.

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