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Missbrauch : Die Welt durch’s Objektiv eines Päderasten

  • -Aktualisiert am

Bild: Andre Laame

Pädokriminelle sammeln Bilder und Filme von Kindern und Jugendlichen - und sind meist auch Fotografen. Im analogen Zeitalter verfügten viele über eine Dunkelkammer. Das war nicht nur an der Odenwaldschule so.

          5 Min.

          Den Süchtigen beschäftigt nur eines: sein Stoff. Als Fotograf und Kunstlehrer konnte der Päderast Hajo Weber sich Nachschub beschaffen, wann immer er wollte. Bis das digitale Zeitalter begann, hat er mindestens zwei große Holzkisten mit Negativen gefüllt, sie in Folien geschoben, sorgfältig sortiert und beschriftet. Schüler sind darauf zu sehen, Kinder von Freunden und Kollegen, nackt in der Schuldusche, nackt im Elternhaus, nackt beim Zelten oder am Strand, posierend, erregt. Als Weber vor zwei Jahren starb, landete sein Nachlass im Wiesbadener Stadtarchiv. Dort konnte man seither erfahren, wie ein Päderast die Welt sieht. Und formt.

          In den frühen Siebzigern hatte Weber sich noch Kinderpornos aus Amerika besorgt und Bilder aus diesen Magazinen reproduziert. Vom ersten, naheliegenden Zweck abgesehen, dienten solche Aufnahmen den gut vernetzten Pädokriminellen auch als Tauschobjekte – schon seit es Fotos gibt, lange vor dem Internetzeitalter. Webers Bilder zeigen kleine Jungen beim Anal- und Oralsex mit älteren Jungen. Missbraucht, vorgeführt und mit Texten unterlegt wie: „Das teuflische Grinsen von Armando ist kein Zufall. Ein ganzer Junge und bereit, mit der Show loszulegen.“

          Besonders schaurig: eine Bilderserie, die immer das gleiche, zum Lustsklaven abgerichtete Kind zeigt. Auf den letzten Bildern wird der Junge sechzehn sein, auf den ersten etwa vier. Neben ihm posiert sein perverser Peiniger. Zu besichtigen, wie gesagt, im Stadtarchiv von Wiesbaden – bis die Kripo sie, nach unserer Aufdeckung der Angelegenheit, abholte.

          Fotoserie über die Welt von zehnjährigen Jungen

          Unvorstellbar: Päderasten finden dieses Grauen, das einem die Tränen in die Augen treibt, schön und erregend. Sie wünschen sich auch keine andere Sexualität. Ihre ist die beste, schärfste, heißeste – siehe Nabokov, Lolita.

          Weber bewahrte die Bilder sein Leben lang auf; sie kursieren in der Szene. Er machte dann bald eigene Fotos, das fremde Material genügte ihm nicht. Mindestens drei Viertel aller Päderasten sammeln Bilder und fotografieren und filmen. An einem Samstag im September 1986 stand Weber unangemeldet vor der Haustür von Bekannten. Damals war er 37 Jahre alt, längst ein erfahrener, einsamer Jäger in der links-alternativen Szene Wiesbadens. „Ich mache eine Fotoserie über die Welt von zehnjährigen Jungen. Kann ich euren Sohn fotografieren?“ Die Mutter antwortete antiautoritär: „Klar, wenn er Lust drauf hat.“

          Der Sohn fand Weber schon lange toll und stimmte begeistert zu. Weber wollte wissen, was der Junge am liebsten machte, die beiden gingen ins Kinderzimmer, Weber fotografierte den Jungen erst mit seinem Skateboard, dann mit dem Hockeyschläger, schließlich beim Umziehen in Unterhose und Micky-Maus-T-Shirt. Sie aßen in der Küche gemeinsam zu Abend, Salat, Käse und Trauben. Man erzählte sich Geschichten, plauderte, war locker, unverkniffen, nichtspießig. Die Eltern waren Musiker, führten ein offenes Haus, Besucher waren immer willkommen. Sie wunderten sich auch nicht, als Weber den Jungen in das Badezimmer begleitete. Das Kind nahm ein Schaumbad, der Mann fotografierte, schließlich auch beim Tauchen mit gespreiztem Hinterteil – dem Zielobjekt. Passiert ist sicher weiter nichts.

          So einfach ist es, an Nacktfotos von Kindern zu kommen

          Ansonsten jedoch geht es Päderasten keineswegs „nur“ um Gucken, Fummeln und Streicheln. Doch Frits Bernard erläutert in seiner Streitschrift für Kinderschänder unverblümt den Grund für pädophile Reiselust in Länder, in denen „diese Verkehrsform“ (anale Penetration von Kindern) „nicht wie bei uns tabuisiert ist“. Aber Jäger leben gefährlich. Das Schleichen gehört zur Jagd. Einmal steckte der Vater kurz den Kopf zur Tür herein, als sein Sohn wild planschte und Weber mit der Kamera daneben stand. Zwei Stunden später verabschiedete sich Weber. Von der Fotoserie hat die Familie nie wieder etwas gehört.

          So einfach ist es, an Nacktfotos von Kindern zu kommen, darunter viele Bilder, bei denen sich arglose, normale Menschen nichts denken – weil sie Kinder nicht als Sexualobjekte sehen und allein schon die Idee unerträglich finden.

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