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Kritik von Ministerpräsident : Günther fordert Frauenquote für CDU

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Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther im August 2018 in Kiel Bild: dpa

Der Umgang seiner Partei mit Frauen sei nicht Ordnung, kritisiert Schleswig Holsteins Ministerpräsident Günther (CDU). Deshalb fordert er, diese müssten die Hälfte aller Ämter und Mandate bekommen.

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          Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat seine Partei aufgefordert, in ihrem Statut eine Frauenquote von der Hälfte aller Ämter und Mandate zu verankern. Die bisherige Empfehlung, Frauen ein Drittel dieser Positionen einzuräumen, reiche nicht aus. „Auch bei uns muss auf jeden Fall auf jeden zweiten Platz eine Frau kommen“, sagte Günther der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.

          Die Parteiführung solle darauf hinwirken, dass dies auch bei der Nominierung der Direktkandidaten in den Wahlkreisen berücksichtigt werde, sagte Günther weiter. Er kritisierte auch generell den Umgang mit Frauen in der CDU. So wäre wohl kein Mann als neuer Verteidigungsminister ähnlich scharf kritisiert worden wie es der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer widerfahren sei.

          „Als Frau muss sie sich noch stärker beweisen, als es Männer müssten“, sagte dazu Günther. Es sei „absurd, dass das heute immer noch so ist“. Wenn Frauen in der Politik Verantwortung übernähmen, würden sie von manchen Männern, die dort in der Mehrheit seien, kritisch gesehen. „Auch jetzt gibt es da wieder ein paar Herren, die Probleme damit haben, dass mit Angela Merkel, Ursula von der Leyen und Annegret Kramp-Karrenbauer drei Frauen wichtige Positionen haben“, kritisierte der Ministerpräsident. Er könne aber „zig Beispiele nennen, wo Männer wichtige Funktionen haben und vielleicht nicht die Besten sind – und das stört niemanden.“

          Kramp-Karrenbauer wird am Mittag im Bundestag als neue Ministerin vereidigt. Sie löst Ursula von der Leyen (CDU) ab, die neue EU-Kommissionspräsidentin wird. In der CDU hatte es zuletzt in Brandenburg Kritik gegeben, weil von Landeschef Ingo Senftleben für aussichtsreiche Listenplätze vorgesehene Frauen von einem Parteitag stattdessen auf hintere Plätze gesetzt worden waren. Zudem bleibt der Frauenanteil in CDU-Fraktionen in Bund und Ländern hinter den Werten anderer Parteien außer der AfD zurück.

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