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Schild für das Amt für den Militärischen Abschirmdienst in Köln Bild: dpa

Reformen beim MAD : Wie der Militärische Abschirmdienst fit für die Zukunft werden soll

Seinen schlechten Ruf hat der MAD zum Teil selbst verursacht. Undichte Stellen gefährdeten Ermittlungen beim KSK. Nun soll alles besser werden – denn nicht nur vor Rechtsextremen muss die Truppe geschützt werden.

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          Abdul Hamid S. hatte sich wohl sehr sicher gefühlt. Fast 20 Jahre war der gebürtige Afghane bei der Bundeswehr beschäftigt und hatte als Übersetzer und Landesexperte für Iran und Afghanistan gearbeitet. Durch seine Hände waren vertrauliche und geheime Papiere gegangen. Er sollte insbesondere dabei helfen, die Soldatinnen und Soldaten in den Einsatzgebieten vor Terroranschlägen zu schützen. Deutschland hatte ihm vertraut. Zu Unrecht, wie sich herausstellte. Denn über viele Jahre belieferte Abdul Hamid S. nicht nur die Bundeswehr, er spionierte auch für Iran.

          Peter Carstens

          Politischer Korrespondent in Berlin

          Als der Militärische Abschirmdienst (MAD) der Bundeswehr 2017 einen entsprechenden Hinweis erhielt, vage zunächst, leitete der zuständige Abteilungsleiter eine großangelegte nachrichtendienstliche Operation ein: Mails des in Rheinland-Pfalz lebenden Übersetzers wurden mitgelesen, Telefone abgehört, Bankdaten erfasst, Reisebewegungen studiert, Personen observiert. Überführt wurde der Mann schließlich mit einer klassischen Falschmeldung, die der MAD nur ihm zugespielt hatte und die er umgehend an seine iranischen Verbindungsleute weiterleitete. Anfang 2019 kam es zur Verhaftung. Rund ein Jahr später wurde der Auslandsspion zu einer Haftstrafe von sechseinhalb Jahren verurteilt.

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