https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/migrationswort-kirchen-fuer-spurwechsel-17596247.html

„Grundlagenwort“ zur Migration : Bedford-Strohm will den Spurwechsel

Heinrich Bedford-Strohm im August in Aachen Bild: EPA

Die beiden großen Kirchen stellen nach mehr als 20 Jahren ein zweites „Migrationswort“ vor. Der EKD-Ratsvorsitzende fordert bei der Präsentation den Spurwechsel von der Asyl- zur Arbeitsmigration – wie die Ampel-Parteien.

          1 Min.

          Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, begrüßt das von SPD, Grünen und FDP formulierte migrationspolitische Vorhaben, den sogenannten Spurwechsel zu ermöglichen. Damit ist ein Wechsel für bestimmte Migranten von der Asyl- zur Arbeitsmigration gemeint. Er unterstütze das „ausdrücklich“, sagte Bedford-Strohm am Donnerstag bei der Vorstellung eines „Grundlagenwortes“ der beiden großen Kirchen zu Migration und Flucht mit dem Titel: „Migration menschenwürdig gestalten“.

          Tobias Schrörs
          Politikredakteur.

          Vor mehr als 20 Jahren erschien das erste „Migrationswort“. In dem nun vorliegenden zweiten, mehr als 200 Seiten starken Dokument fordern die Kirchen „eine aktivere Einbürgerungskultur“, wie der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Franz-Josef Bode, sagte.

          Das Papier liefere eine Perspektive, die Migration weder ängstlich-nationalistisch noch unter Nutzenkalkülen denke, sagte der Politikwissenschaftler Hannes Schammann. Es geht darin um das Leben in einer Migrationsgesellschaft, als die Deutschland sich seit den Nullerjahren zunehmend verstehe, und um damit verbundene Debatten über Zusammenhalt, Sicherheit sowie Wirtschaft und Wohlfahrt. Ferner heben die Autoren hervor, die Kirche sei selbst durch Migration geprägt.

          Das „Migrationswort“ geht auf Migration als Thema des christlichen Glaubens ein, was sich etwa in der Erzählung vom Exodus zeige. Schließlich will das Papier sozialethische Orientierung geben. Es solle ein „migrationsethischer Kompass“ sein, sagte die Theologin Marianne Heimbach-Steins. Zwei Grundsätze lauteten etwa: Niemand solle gezwungen sein, aus seiner alten Heimat auswandern zu müssen. Sowie: Jedem solle es möglich sein, in eine neue Heimat einwandern zu können.

          Katholischerseits ist eigentlich der Hamburger Erzbischof Stefan Heße verantwortlich für das Thema Migration in der Bischofskonferenz. Er war im Herbst, kurz nachdem der Papst sein Rücktrittsgesuch abgelehnt hatte, als Vorsitzender der Migrationskommission wiedergewählt worden. An der Vorstellung nahm er indes nicht teil. Die DBK begründete das damit, dass Heße erst in Hamburg Fuß fassen wolle.

          Weitere Themen

          AKW Saporischschja bleibt unter russischer Kontrolle

          Ukraine-Liveblog : AKW Saporischschja bleibt unter russischer Kontrolle

          Russische Besatzungverwaltung dementiert anderslautende Berichte +++ Ukraine wirft Russland Störung von Getreideausfuhren vor +++ Selenskyj bereitet auf harten Winter vor +++ Britischer Premier Sunak steht zu Ukraine-Hilfen +++ alle Entwicklungen im Liveblog.

          Topmeldungen

          Die  Kryptobörse FTX ist insolvent.

          Pleite der Kryptobörse FTX : Der Kryptokrimi auf den Bahamas

          FTX war zu Jahresbeginn mehr wert als die Deutsche Bank. Prominente warben für die Börse, wichtige Anleger wie Blackrock investierten. Nun ist sie insolvent, und alles riecht nach dreistem Betrug.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.