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Deutsche Bischofskonferenz : Heße wieder Sonderbeauftragter für Flüchtlingsfragen

  • Aktualisiert am

Stefan Heße, katholischer Erzbischof von Hamburg, predigt am 13. März beim ökumenischen Gedenk-Gottesdienst für die Opfer und Leidtragenden der Corona-Pandemie in der Kieler St. Nikolai Kirche. Bild: dpa

Die katholischen Bischöfe haben den wegen seines Umgangs mit Missbrauchsfällen in die Kritik geratenen Erzbischof Heße wieder zum Vorsitzenden ihrer „Migrationskommission“ gemacht. Mit Blick auf den „Synodalen Weg“ zeigen sie sich selbstkritisch.

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          Die katholischen Bischöfe in Deutschland haben den Hamburger Erzbischof Stefan Heße wieder mit dem Vorsitz ihrer „Migrationskommission“ betraut. Als solcher habe er bisher „hervorragende Arbeit“ geleistet, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing, am Donnerstag zum Abschluss der Herbst-Vollversammlung seiner Organisation in Fulda.

          Papst Franziskus hatte jüngst den Wunsch Heßes abgelehnt, auf das Amt des Erzbischofs von Hamburg zu verzichten. Aus früheren Tätigkeiten waren ihm zahlreiche Pflichtverletzungen im Umgang mit Missbrauchsfällen nachgewiesen worden. Bätzing sprach von einem „guten Neustart für ihn, der sicherlich notwendig ist. Wir werden ihn dabei unterstützen.“ Über die Situation im Erzbistum Köln sagte Bätzing, „wir warten auf eine Entscheidung, „die in Rom getroffen wird“.

          Eine Woche vor dem Beginn der Zweiten Vollversammlung des Reformprojekts „Synodaler Weg“ bezeichnete Bätzing die Diskussionen unter den Bischöfen über einzelne Textvorlagen als „strittig, aber gut“. Alle Bischöfe seien sich einig, dass sich Gestalt und Handeln der Kirche an nicht wenigen Stellen verändern müssten. Ihr „Wesenskern“ dürfe aber nicht in Frage gestellt werden.

          Auch bei der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs liegt aus seiner Sicht noch ein langer Weg vor der katholischen Kirche: So gibt es derzeit noch rund tausend offene Fälle im System der Anerkennungsleistungen. Gleichzeitig äußerte Bätzing, dass man bei diesem Thema „wieder Schritte nach vorne getan“ habe. So sei eine Standard-Personalaktenordnung verabschiedet worden, die zum 1. Januar kommenden Jahres in Kraft treten werde sowie eine Musterordnung, die die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür schaffe, damit Aufarbeitungskommissionen Akteneinsicht nehmen könnten. „Das sind sehr wichtige Versprechen, die wir 2018 gegeben haben und jetzt einlösen“, sagte Bätzing. Eine grundlegende Änderung des vor allem von Opferinitiativen vielfach kritisierten Systems der Anerkennungsleistungen sei nicht geplant, sagte er.

          Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf schlug im Blick auf eine „nicht zu bewältigende Textflut“ selbstkritische Töne an. Man habe es vor zwei Jahren versäumt, „eine Verständigung über die Art und Weise zu erzielen, was am Ende stehen soll“. Viele von Papst Franziskus im Blick auf den Synodalen Weg in Deutschland und der Weltkirche aufgeworfene Fragen erkenne er nicht „in derartiger Intensität“.

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