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Migration-Kommentar : Sophia und die Schleuser

Der Streit um die EU-Mission „Sophia“ zeigt: Auf Zeiten, in denen die Flüchtlingszahlen wieder in die Höhe schnellen werden, ist die EU noch immer denkbar schlecht vorbereitet.

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          Die EU-Mission „Sophia“ im Mittelmeer sollte eigentlich der Bekämpfung der Schleuserkriminalität vor der afrikanischen Küste dienen. Das war und ist dringend nötig, weil die libysche Küstenwache das schwache Glied nordafrikanischer Grenzsicherung gegen illegale Migration ist. Die Schiffe der Mission waren aber, wie alle Schiffe auf hoher See, „nebenher“ zur Rettung in Seenot geratener Flüchtlinge verpflichtet – Tausende wurden gerettet.

          Doch zugleich wurde auf diese Weise dokumentiert, dass die Schleuser noch immer im Geschäft sind. Italien hat dagegen zwar eifrig protestiert, indem es keine Flüchtlinge mehr aufnahm, gleichzeitig aber nichts dafür getan, dass die Schiffe dort eingesetzt wurden, wo sie ihrem Auftrag gerecht werden können.

          Deutschland hat jetzt aus Protest gegen Italien die Reißleine gezogen und schickt kein neues Schiff mehr. Italien pocht wiederum auf eine bessere Verteilung der Flüchtlinge. Deren Zahl mag rückläufig sein. Der Streit um „Sophia“ zeigt aber: Auf Zeiten, in denen sie wieder in die Höhe schnellen werden, ist die EU noch immer denkbar schlecht vorbereitet.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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