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„Rein weiße Sicht“ der Einheit : Migrantenverbände fordern „Tag der deutschen Vielfalt“

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„Vielfalt für Deutschland“: Migrantenverbände fordern, neben dem Einheitstag einen weiteren Feiertag zu schaffen. Bild: dpa

Werden Deutsche mit Migrationshintergrund bei den Feiern zur deutschen Einheit übergangen? Das sehen jedenfalls mehrere Verbände so – und fordern einen neuen Gedenktag.

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          Neben dem Tag der deutschen Einheit sollte es nach Ansicht von Migrantenverbänden auch einen „Tag der deutschen Vielfalt“ geben, der die positiven Aspekte der Einwanderungsgesellschaft würdigt. „Es ist wichtig, dass die Wiedervereinigung jedes Jahr symbolisch gefeiert wird“, heißt es in einem Appell, den die Verbände am Mittwoch gemeinsam mit den „Neuen Deutschen Organisationen“ veröffentlichten, einem Netzwerk von Vereinen, die für Teilhabe und gegen Rassismus eintreten. Auch die Einwanderungsgesellschaft brauche einen symbolischen Akt – als Anerkennung der gesellschaftlichen Vielfalt in Deutschland.

          Die deutsche Einheit werde üblicherweise „aus einer rein „weißen“ Sicht betrachtet – deutschdeutsche Ostdeutsche wiedervereint mit deutschdeutschen Westdeutschen“, heißt es in dem Papier weiter. Die „Bindestrichdeutschen“ auf beiden Seiten würden dabei oft vergessen. Dabei sei die deutsche Einheit für sie zum Teil mit „rassistischen Erfahrungen“ verbunden gewesen. Ein großer Teil der ostdeutschen Bevölkerung habe in den Jahren nach der Vereinigung Entfremdung und Stigmatisierung erlebt. Die Einheit bleibe unvollendet, wenn diese Geschichten nicht erzählt würden.

          Unterzeichnet haben den Appell unter anderem die Türkische Gemeinde in Deutschland, der Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat, die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, der Verband Deutsch-Syrischer Hilfsvereine und die Iranische Gemeinde.

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