https://www.faz.net/-gpf-72ska

Michelle Müntefering : Frau des ehemaligen SPD-Vorsitzenden auf Bundestagskurs

Ziel Bundestag: Michelle Müntefering möchte ihrem Mann folgen. Bild: dpa

Die Frau des ehemaligen SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering dürfte gute Chancen haben, im nächsten Jahr in den Bundestag gewählt zu werden. Sie gewann die Vorabstimmung in einem traditionell sozialdemokratischen Wahlkreis.

          1 Min.

          Wahlkämpfe in Herne sind meist keine aufregende Sache. Denn in Herne, das zwischen Gelsenkirchen, Bochum und Recklinghausen liegt, gilt: Am Ende gewinnt immer die SPD. Das dürfte auch bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr nicht anders sein. Wen die SPD im Wahlkreis 141 Herne/Bochum II aufstellt, der kann damit rechnen, das Direktmandat auch zu bekommen. Gerade weil der Wahlkreis als so sicher gilt für die Partei, machen es die Sozialdemokraten selbst diesmal dann doch spannend.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Zunächst gab es zwei Bewerberinnen: die 49 Jahre alte Juristin Anke Hildenbrand und die 32 Jahre alte Journalistin Michelle Müntefering. Monatelang tingelten beide durch die Gliederungen ihrer Partei, um sich vorzustellen. Frau Hildenbrand ist eine Kritikerin der „Agenda 2010“, die Franz Müntefering, der heutige Ehemann von Michelle Müntefering, stets verteidigte. Frau Müntefering wirbt für sich als sozialdemokratisches Gegenmodell zu jungen Politikern anderer Parteien. Ende August bekamen die beiden Sozialdemokratinnen Konkurrenz: Uwe Knüpfer, Chefredakteur der SPD-Parteizeitschrift „Vorwärts“, warf seinen Hut in den Ring. Unter Sozialdemokraten wurde gemunkelt, Knüpfer sei womöglich nur vorgeschickt, um Frau Hildenbrand das Wasser abzugraben. Sowohl Knüpfer als auch Franz Müntefering weisen das zurück. Dem Augenschein nach ist das Verhältnis zwischen den beiden vielmehr angespannt.

          Unterlag Frau Müntefering: Anke Hildenbrand.

          Beim Unterbezirksparteitag am Dienstagabend in Herne begrüßten sich Knüpfer und der frühere SPD-Bundesvorsitzende so knapp wie möglich. Als das Ergebnis bekannt gegeben wird, hat Franz Müntefering einen Notizblock zur Hand, um alles zu dokumentieren. 85 von 157 Delegierten hatten für seine Frau gestimmt. Müntefering schaute nicht gleich auf, sondern schrieb erst zu Ende und nickte zufrieden. Danach sagte er: „Noch ist es nicht gewonnen“. Tatsächlich macht es die SPD noch einmal spannend. Endgültig wird erst eine Wahlkreiskonferenz am kommenden Dienstag entscheiden, bei der auch Delegierte aus Bochum dabei sind. Weil dort die Herner Genossen eine Zweidrittelmehrheit haben, dürfte für Frau Müntefering aber nichts mehr schiefgehen.

          Weitere Themen

          Hongkonger Behörden lassen Bücher aus Bibliotheken entfernen Video-Seite öffnen

          Gefährliche Werke : Hongkonger Behörden lassen Bücher aus Bibliotheken entfernen

          Nach Verabschiedung des Sicherheitsgesetzes für Hongkong werden in der Sonderverwaltungszone pro-demokratische Bücher zensiert. Werke des jungen Aktivisten Joshua Wong oder der Politikerin Tanya Chan sind in den Bibliotheken der Stadt nicht mehr erhältlich. Medienberichten zufolge wolle Hongkongs Kulturbehörde prüfen, ob die Bücher gegen das Gesetz verstoßen.

          Topmeldungen

          Pandemie in Brasilien : Bolsonaro zeigt Corona-Symptome

          Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat sich nach dem Auftreten von Symptomen auf das Coronavirus testen lassen. Ein erster Test soll einen positiven Befund ergeben haben. Bestätigt ist das aber noch nicht.
          Zwei Bauarbeiter schützen sich bei Gleisarbeiten in der Innenstadt von Hannover vor der Sonne mit Tüchern auf den Köpfen.

          F.A.Z. exklusiv : Das große Hautkrebs-Risiko für Bauarbeiter

          Keine andere Berufskrankheit kommt in der Bauwirtschaft häufiger vor als sonnenbedingter Hautkrebs. Das zeigt eine neue Auswertung. Auszubildende wissen zwar um die Gefahren – doch sie schützen sich nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.