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Kommentar : Das Messer in der Hand

Polizisten stehen im Oktober des vergangenen Jahres nach einer Messer-Attacke am Rosenheimer Platz in München. Bild: dpa

Die Deutsche Polizeigewerkschaft will Messerattacken grundsätzlich als versuchte Tötungsdelikte einstufen. Aber damit macht sie es sich zu einfach.

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          Allein in Berlin sind im vergangenen Jahr 2737 Menschen – vor allem junge Männer, auch erschreckend viele Jugendliche – mit dem Messer auf jemanden losgegangen. Die Tendenz ist steigend, und immer größer wird Umfragen zufolge auch die Angst in der Bevölkerung, Opfer einer Messerattacke zu werden.

          Helene Bubrowski
          Politische Korrespondentin in Berlin.

          Es hat einen guten Grund, dass die Polizei Alarm schlägt. Es ist auch verständlich, dass die Beamten das Katz-und-Maus-Spiel leid sind: Heute nehmen sie einen Verdächtigen fest, morgen ist er wieder auf freiem Fuß. Zumindest in Untersuchungshaft könnte man ihn nehmen, wenn man Messerattacken als versuchte Tötungsdelikte einstuft, fordert die Polizeigewerkschaft. Aber damit macht sie es sich zu einfach.

          Eine Handlung kann nicht „grundsätzlich“ einen bestimmten Straftatbestand erfüllen. Ob ein Messerstecher wegen versuchter Tötung oder gefährlicher Körperverletzung dran ist, hängt davon ab, ob er Tötungsvorsatz hatte.

          Und dabei zählt natürlich nicht nur, was er selbst sagt, sondern auch, wie er stach und wohin. Diese schwierige Abgrenzung vorzunehmen ist die Aufgabe der Justiz und muss es auch bleiben.

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