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Messerangriff von Brokstedt : Warum war der mutmaßliche Täter noch im Land?

  • -Aktualisiert am

Einwohner der Kleinstadt Brokstedt gedenken am Donnerstagabend der Opfer der Messerattacke auf dem Bahnsteig im Bahnhof Bild: dpa

Gegen den mutmaßlichen Täter von Brokstedt gab es Verfahren wegen Körperverletzung, Diebstahls, Sachbeschädigung und sexueller Belästigung. Abgeschoben wurde er nicht. Warum?

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          Gegen Ibrahim A., den mutmaßlichen Täter des Messerangriffs von Brokstedt, wird nun wegen zweifachen Mordes und versuchten Totschlags ermittelt. Doch schon zuvor war er für die deutschen Behörden kein Unbekannter. Gegen ihn gab es Verfahren wegen unterschiedlichster Straftaten, die Liste geht einmal quer durch das Strafgesetzbuch. Warum war er noch im Land?

          Julian Staib
          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          In Deutschland lebten Ende des vergangenen Jahres laut Ausländerzentralregister mehr als 300.000 vollziehbar ausreisepflichtige Personen. Das heißt aber nicht, dass diese alle tatsächlich ausreisen müssen oder abgeschoben werden können. Fast 250.000 haben den Status einer Duldung, aus unterschiedlichsten Gründen. Abgeschoben werden können nur die wenigsten und das auch nur, wenn sie nicht kurz vor dem Abschiebetermin untertauchen, wenn die Herkunftsstaaten kooperieren, wenn Pässe vorhanden sind (oder die Herkunftsstaaten neue ausstellen). Ein staatenloser Palästinenser dürfte für die Behörden ein besonders schwieriger Fall sein.

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