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Messerangreifer im Saarland : Michael statt Mohammed

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Hat seiner Partei mit seiner Anfrage wahrscheinlich keinen Gefallen getan: der saarländische AfD-Landtagsabgeordnete Rudolf Müller. Bild: dpa

Der saarländische AfD-Landtagsabgeordnete Rudolf Müller hat bei der Landesregierung angefragt, welcher Name der häufigste unter Tätern von Messerangriffen ist. Die Antwort dürfte ihn überrascht haben.

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          Mit dem Rechtsruck, der die AfD von einer liberal-eurokritischen zu einer rechtspopulistischen Partei formte, ging ein Fokus der Parteirhetorik auf von Migranten verübte Straftaten einher – besonders auf jene, die mit Stichwaffen verübt wurden. So erstellte die AfD-Bundestagsfraktion eine Webseite mit dem Titel „Masseneinwanderung bedeutet Messereinwanderung“, die deutschlandweit alle „Überfälle, Körperverletzungen und ähnliche Delikte, bei denen Messer als Tatwaffe eingesetzt wurden“, auflisten soll. Die Sammlung dient dem Zweck, die Wichtigkeit der Forderung der AfD nach der Veröffentlichung der Herkunft der jeweiligen Täter zu unterstreichen. Denn – so soll zumindest die Internetseite suggerieren – es könne erwartet werden, dass der Großteil dieser Verbrechen von Migranten verübt wurde.

          Eine stichpunktartige Untersuchung der ARD ergab bereits im September 2018, dass die Auflistung der AfD grob irreführend sei und zahlreiche Fälle beinhalte, in denen entweder keine Angaben zur Herkunft des Täters gemacht wurden oder aber ein Deutscher das Verbrechen beging. Wie die „Saarbrücker Zeitung“ am Donnerstag zuerst berichtete, hat nun jedoch auch die Anfrage eines AfD-Landtagsabgeordneten aus dem Saarland die Behauptungen der Partei weiter in Zweifel gezogen.

          Anlass der kleinen Anfrage von Rudolf Müller (AfD) an die Landesregierung, die der F.A.Z. vorliegt, war eine vom saarländischen Innenministerium im vergangenen September vorgestellte Kriminalstatistik. Dieser zufolge hatte es von 2016 bis zum Zeitpunkt der Publikation im Saarland 1490 „Stichwaffen- und Messervorfälle“ gegeben. Von den dabei ermittelten Tätern stammten 842 aus Deutschland, 122 aus Syrien, 94 aus dem EU-Ausland und 36 aus Afghanistan. Die restlichen Personen waren entweder Staatsangehörige eines anderen Staates oder konnten nicht ermittelt werden. Die AfD-Fraktion vermutete hinter diesen Zahlen wohl einen größeren Anteil von Personen mit Migrationshintergrund als auf den ersten Blick ersichtlich. Daher wollte Rudolf Müller in seiner Anfrage zunächst wissen, wie viele der deutschen Täter außerdem über eine zweite Staatsangehörigkeit verfügen. Die Antwort der Landesregierung: Insgesamt 14 der 842 erfassten Personen waren Staatsbürger zweier Staaten.

          Müller spekulierte weiterhin, dass es womöglich Häufungen bei den Vornamen der deutschen Täter gebe und bat die Regierung, diese detailliert aufzuschlüsseln. Dahinter steckte offenbar der Gedanke, dass sich damit eine Ansammlung von Personen mit Migrationshintergrund, die mittlerweile nur noch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, offenbaren werde. Allerdings dürfte auch die Antwort auf diese Frage den Abgeordneten enttäuscht haben: Die meisten Fälle (24) konnten Tätern mit dem Namen „Michael“ zugeordnet werden – gefolgt von „Daniel“, „Andreas“, „Sascha“ und „Thomas“. Überhaupt ist keiner der von der Regierung aufgeführten Namen mit dem Hintergrund zu assoziieren, in dem die AfD mit ihrer „Masseneinwanderung bedeutet Messereinwanderung“-Kampagne die Mehrzahl der Messerangreifer verortet.

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