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Anklage wegen Terrorpropaganda : Mesale Tolu fliegt zu ihrem Prozess in die Türkei

  • Aktualisiert am

Saß mehr als sieben Monate in türkischer Untersuchungshaft: Mesale Tolu. Bild: dpa

Über sieben Monate saß die Ulmer Journalisten in einem türkischem Gefängnis. Dennoch will sie nun nach Istanbul fliegen, um sich persönlich im Prozess gegen sie zu verteidigen.

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          Die monatelang in der Türkei inhaftierte Mesale Tolu fliegt am Montagabend abermals nach Istanbul, um an ihrem Prozess wegen angeblicher Terrorpropaganda und Unterstützung von Terroristen teilzunehmen. „Mein Prozess beginnt morgen (Dienstag) um 11.00 Uhr, und ich werde hinreisen“, sagte die Ulmer Journalistin und Übersetzerin der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Sie wolle sich persönlich gegen alle Vorwürfe verteidigen und Freispruch beantragen.

          Die endgültige Entscheidung, persönlich an dem Verfahren teilzunehmen sei am Sonntag nach Rücksprachen mit ihren Anwälten getroffen worden, sagte der Sprecher der Ulmer Unterstützgruppe für Tolu, Cengiz Dogan. Die Juristen seien der Meinung, dass keine Gefahr einer abermaligen Festnahme der deutschen Staatsbürgerin bestehe. Sollte dies dennoch geschehen oder sollte sie in dem Gerichtsverfahren eine Gefängnisstrafe erhalten, werde der Solidaritätskreis „Freiheit für Mesale Tolu“ in Deutschland wieder Protestaktionen organisieren.

          Die Journalistin war am 26. August nach der Aufhebung ihrer Ausreisesperre mit ihrem drei Jahre alten Sohn nach Deutschland zurückgekehrt. Sie war Ende April 2017 festgenommen und dann mehr als sieben Monate in Untersuchungshaft festgehalten worden. Mit ihrer Reise in die Türkei und ihrem Erscheinen vor Gericht hofft Tolu nach eigenen Worten auch, ihrem ebenfalls angeklagten Mann Suat Corlu zur Seite stehen zu können. Auch ihm wirft die Staatsanwaltschaft Unterstützung von Terroristen vor - gemeint ist die linksextreme MLKP. Anders als Tolu wird ihrem Mann, der türkischer Staatsbürger ist, bislang die Ausreise verwehrt.

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