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Jasper von Altenbockum (kum.)

Merz siegt im JU-Votum : Peinlich – oder Protest?

Tilman Kuban (rechts) neben Friedrich Merz, Armin Laschet und Norbert Röttgen Bild: dpa

Entweder ist die Junge Union eine ziemlich verschlafene Truppe. Oder ihre Mitglieder wollen weder Merz noch Röttgen noch Laschet.

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          Auf den ersten Blick ist das Mitgliedervotum der Jungen Union ein eindrucksvoller Sieg für Friedrich Merz und ein neuer Nackenschlag für Armin Laschet, der abgeschlagen auf dem dritten Platz hinter Norbert Röttgen liegt. Eine Wahlbeteiligung von gerade einmal 20 Prozent ist allerdings so peinlich, dass der JU zu wünschen wäre, sie hätte diese Abstimmung nie veranstaltet.

          Denn nicht nur mindern diese 20 Prozent den Aussagewert des Votums beträchtlich. Wenn über den künftigen Parteivorsitzenden und möglichen Kanzler abgestimmt wird, durchaus mit der Aussicht, dass die Abstimmung Gewicht haben könnte – was sagt es dann, wenn nur jedes fünfte Mitglied daran teilnimmt? Tilman Kuban, der JU-Chef, muss sich angesichts dieses Desinteresses fragen, welcher verschlafenen Truppe er da vorsteht.

          Wenn, ja wenn es nicht eine Protestwahl war. Das Ergebnis lässt sich nämlich auch so deuten: Uns überzeugt keiner der drei Kandidaten. Nur Merz mobilisierte seine Anhänger in der JU, auf niedrigem Niveau und obgleich er nicht unbedingt ein Mann der Jugend ist.

          Die Schlüsse, die man daraus ziehen muss, sind für die CDU wenig schmeichelhaft. Die Abstimmung bestätigt das bekannte Defizit der Partei, bei den jungen Wählern abgeschrieben zu sein. Ein anderes kommt nun noch hinzu: Die Kandidaten für den Parteivorsitz wirken auf junge Leute nicht gerade wie politische Stimmungskanonen.

          Spannend wäre die Frage gewesen: Wen wollen sie denn dann? Da fällt einem sofort ein Name ein.* Tilman Kuban will nun trotzdem für Merz werben. Das nennt man dann wohl Augen zu und durch.

          * Nach vielfachen Nachfragen: Gemeint ist Jens Spahn.

          Jasper von Altenbockum
          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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