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Nach Machtwechsel in der CDU : Friedrich Merz, bleib unter uns!

Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz am 28. November auf der CDU-Regionalkonferenz in Düsseldorf Bild: Reuters

In Baden-Württemberg droht der CDU eine Austrittswelle, weil Merz nicht zum Parteivorsitzenden gewählt wurde. Die Unzufriedenheit der Stammwählerschaft geht aber noch weiter.

          3 Min.

          Nach der Niederlage des baden-württembergischen Landesverbandes und des präferierten Kandidaten Friedrich Merz auf dem Hamburger Parteitag hat der CDU-Landesvorsitzende Thomas Strobl nun alle Hände voll zu tun, um eine massive Austrittswelle zu verhindern. Verschiedene Initiativen, der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Reinhart, Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut, der Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand, Christian von Stetten, EU-Kommissar Günther Oettinger, zahlreiche Oberbürgermeister, viele Bundestagsabgeordnete und nicht zuletzt Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hatten größtenteils öffentlich stark für Merz geworben.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Es gewann aber Annegret Kramp-Karrenbauer, und die Frustration an der Basis ist groß: Nach der offiziellen Statistik des Landesverbandes gab es am Montagmittag bei knapp 63.000 Mitgliedern bislang zwar nur 13 Austritte, aber nach Frustpostings der Mitglieder muss man im Internet nicht lange suchen. „Mit der Wahl holt man keinen einzigen abtrünnigen CDU-Wähler zurück. Der gleiche Trott geht weiter, bei der AfD und der FDP knallen heute die Sektkorken“, schreibt eine CDU-Anhängerin auf der Seite eines Landtagsabgeordneten und exponierten Merz-Fans. Die ersten Drohungen, die CDU zu verlassen, erhielten die Delegierten in Hamburg Minuten nach der Wahl der neuen Bundesvorsitzenden schon per SMS. Und wahrscheinlich sind noch nicht alle Parteiaustritte vom Wochenende an die Landesgeschäftsstelle gemeldet. Offenbar nur mit intensiver Telefondiplomatie konnten Strobl und andere Spitzenpolitiker des Landesverbandes am Samstag den Parteiaustritt des bekannten Tunnelbauunternehmers Martin Herrenknecht verhindern. Es heißt nun, Herrenknecht lasse seine Mitgliedschaft ein Jahr ruhen.

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