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Jasper von Altenbockum (kum.)

Die ungeduldige Kanzlerin : Ein Schlag ins Wasser

Angela Merkel (CDU) am Abend der jüngsten Konferenz der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten; im Hintergrund der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Bild: EPA

Das Treffen von Kanzlerin und Ministerpräsidenten hätte man sich sparen können. Das liegt an der Ungeduld Merkels, aber auch am Teil-Lockdown. Denn um ihn auszuhalten, braucht es Geduld.

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          Der Kanzlerin geht es offenbar nicht schnell genug. Weil die Zahlen der Corona-Neuinfektionen nicht so schnell sinken wie erhofft, wollte sie am Montag noch eine Lockdown-Schippe drauflegen. Wieder hätte sich eine solche Nachschärfung des vor zwei Wochen beschlossenen Teil-Lockdowns ins europäische Bild gefügt. Den Satz von Sebastian Kurz „Treffen Sie niemanden!“ nahm Merkel zwar nicht in den Mund. Aber was sie am Montagabend nach fünf Stunden Beratung mit den Ministerpräsidenten sagte, meinte genau das.  

          Für eine so lange Beratungszeit war das Ergebnis ausgesprochen dünn. Es hieß, etwas verkürzt: In einer Woche sehen wir uns wieder. Vor drei Wochen klang das so ähnlich. Damals hatte Merkel mit ihrer Ungeduld recht behalten. Die Länder bremsten noch angesichts eines langsamen, aber deutlichen Anstiegs der Corona-Infektionen und mussten sich eine Woche später belehren lassen, dass so eben ein exponentielles Wachstum aussehe. Erst vermeintlich langsam, dann unaufhaltsam. Merkel hatte das vorausgesagt und sah sich bestätigt. Vor zwei Wochen kam deshalb der sogenannte Teil-Lockdown.

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