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Merkels Vermächtnis : Europa muss die Fliehkräfte bändigen

Angela Merkel am Samstag in Istanbul bei ihrem Türkei-Abschiedsbesuch Bild: Reuters

Auf ihrer Abschiedstournee durch Europa wird Angela Merkel Lob und Preis zuteil. Sie mahnt die Europäer, einig und stark zu sein.

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          Ihre Partei, die CDU, ist abgestürzt und versucht, schwer verwundet und verzweifelt, wieder auf die Beine zu kommen. Der Weg ins Kanzleramt scheint fürs Erste ver­­sperrt zu sein; zum großen Teil aus eigenem Verschulden. Angela Merkel dagegen erlebt ihre letzten Ta­ge als Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland in vollkommenen Gegensatz dazu.

          Auf ihrer Ab­schiedstournee durch Europa und in der Nachbarschaft wird sie mit Lobpreis, Respektbekundungen und Eh­rungen überhäuft ­ – ob in Israel oder in Rom, in Spanien oder in Brüssel. Überall wird ihr europapolitisches En­­gagement gerühmt.

          Es gab Zeiten, da fiel das Urteil nicht ganz so enthusiastisch aus. Da wurde Merkel etwa für ihre Flüchtlingspolitik als Spalterin Europas gescholten. In der Eu­rokrise wurde sie in die Zange ge­nommen.

          Zum Abschluss also Ruhm und Eh­re. Und ein Vermächtnis Merkels: Die Europäer müssten die Fliehkräfte bändigen, die an ihrer Union zerren, sie müssten einig sein. Sind sie das nicht, dann werden andere über ihr Schicksal bestimmen. Richtig, Stärke erwächst aus Einigkeit.

          Das ist keine neue Erkenntnis, es ist eine Binsenweisheit, keine Politik. Es wä­re also gut, wenn sich alle Akteure daran hielten – besonders die, die un­verdrossen Hand an das europä­ische Fundament legen. Eine schwache, im Inneren erodierende Union wird zum Spielball anderer großer Mächte.

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