https://www.faz.net/-gpf-9o51l

Sorge um Kanzlerin : Merkel zittert bei Empfang

Angela Merkel (CDU) am Dienstag beim Empfang des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Berlin Bild: AP

Beim Empfang des ukrainischen Präsidenten zitterte die Kanzlerin deutlich an Beinen und Körper. Nach „drei Gläsern Wasser“ gehe es ihr wieder „sehr gut“, sagte Merkel später – und trat damit dem Eindruck entgegen, sie habe einen Schwächeanfall erlitten.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Dienstag dem Eindruck widersprochen, sie habe mittags mit einem kurzzeitigen Schwächeanfall kämpfen müssen. Als Merkel in der Mittagssonne vor dem Kanzleramt mit dem ukrainischen Staatspräsidenten Wolodymyr Selenskyj auf dem Podium stand, befiel sie ein Zittern an den Beinen und am Körper.

          Johannes Leithäuser

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Die Symptome legten sich, als sie kurze Zeit später an der Seite Selenskyjs die Ehrenformation der Bundeswehr abschritt, die zum Empfang des ukrainischen Präsidenten angetreten war. Die Kanzlerin sagte später, sie habe lediglich an einem Mangel an Flüssigkeit gelitten: „Ich habe dann drei Gläser Wasser getrunken, und dann war es wieder gut“, ihr gehe es jetzt wieder „sehr gut“.

          Auch Selenskyj, der wie Merkel an der Pressekonferenz nach ihrem gemeinsamen Gespräch teilnahm, kommentierte den Vorfall mit einer Beschützergeste:  Er sagte, er habe ja in jenem Moment neben ihr gestanden; Frau Merkel „war in voller Sicherheit“.

          Es ist nicht das erste Mal, dass tatsächliche oder vermeintliche Erschöpfungszustände der Bundeskanzlerin Aufsehen erregen. Vor fünf Jahren musste sie ein Interview mit dem ZDF unterbrechen, dass auf einem CDU-Parteitag geführt werden sollte, auch damals war offenbar der Grund, dass sie in den Stunden zuvor zu wenig Flüssigkeit zu sich genommen hatte.

          2015 machte ein Vorfall in Bayreuth Schlagzeilen, wo Merkel die Wagner-Festspiele besuchte. Es kursierten Meldungen, sie habe in einer Aufführungspause von „Tristan und Isolde“ einen Schwächeanfall erlitten. Es stellte sich dann heraus, dass nicht die Kanzlerin ohnmächtig vom Stuhl geglitten war, sondern der Stuhl seinen Geist aufgegeben hatte. Ein Regierungssprecher gab damals an, nicht die Kanzlerin, nur der Stuhl im Restaurant des Festspielhauses habe Schwäche gezeigt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Sowohl Trump als auch Johnson winken mit ihrem zerstörerischen Potential. Nur schätzen sie ihre Position falsch ein.

          Schwäche der EU? : Boris Trump

          Sowohl Trump als auch Johnson verschätzen sich: Man kann aus den Wechselbeziehungen der globalisierten Welt nicht in Trotzecken fliehen und dabei nachhaltige Gewinne machen. Europa ist da in einer stärkeren Position.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.