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Merkel und Seehofer : Luft zum Atmen

Zwischen Vordergrund und Hintergrund: Horst Seehofer und Angela Merkel Bild: dpa

Angela Merkel und Horst Seehofer haben sich ein Stück aus der Frontreihe der Politik zurückgezogen. Herrscht jetzt Frieden zwischen den beiden Unionsparteien CDU und CSU?

          7 Min.

          Der Sommer des Missvergnügens liegt bald ein Jahr zurück. Der Streit zwischen den Unionsparteien über den Kurs in der Asylpolitik hatte sich auf eine Weise zugespitzt, die für viele CDU- und CSU-Politiker unvorstellbar gewesen war. Dabei stritt man ja schon fast drei Jahre. Mancher in der Unionsfraktion hatte Angst, dass die Gemeinschaft der Schwesterparteien im Bundestag auseinanderbrechen würde. „Alles, was nicht so schlimm ist, wie der Sommer letzten Jahres, ist besser“, blickte dieser Tage jemand aus dem Lager derjenigen zurück, die in diesem Konflikt an der Seite von Bundeskanzlerin Angela Merkel standen. Doch im schon ziemlich warmen Frühjahr wirkt der heiße Sommer des vergangenen Jahres noch nach: Die Zänker von damals eint heute ein verkrampftes Bemühen um Frieden.

          Helene Bubrowski

          Politische Korrespondentin in Berlin.

          Eckart Lohse

          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Dass der Konflikt in eine kräftezehrende Schlacht ausartete, ist im Rückblick noch befremdlicher als damals. Es ging um eine Handvoll Asylsuchende täglich, die Bundesinnenminister Horst Seehofer an der deutschen Grenze zurückweisen lassen wollte. Merkel wollte das nicht. Schließlich gab es einen Formelkompromiss: Seehofer solle bilaterale Abkommen mit den europäischen Partnern über Zurückweisungen schließen. Das ist mit Spanien und mit Griechenland gelungen, doch zeigt es bislang praktisch keine Wirkung. Aber über das Thema wird nicht mehr gesprochen. Die Lektion hat gesessen.

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