https://www.faz.net/-gpf-9dw9s

Merkel unterstützt Kauder : Kampfkandidatur in der Union

  • Aktualisiert am

Vertraute: Angela Merkel und Volker Kauder Bild: dpa

Nun ist es offiziell: Ralph Brinkhaus will gegen Volker Kauder um den Unions-Fraktionsvorsitz konkurrieren. Kauder erhält zwar von Merkel und Seehofer Rückendeckung – doch auch Brinkhaus bekommt prominente Unterstützung.

          Bei der Wahl des Unions-Fraktionsvorsitzenden Ende September muss der langjährige Amtsinhaber Volker Kauder (CDU) in eine Kampfabstimmung. Der bisherige Fraktionsvize Ralph Brinkhaus (CDU) bestätigte den Zeitungen der „Funke“-Mediengruppe (Samstag), dass er gegen den Vertrauten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) antreten will.

          Kauder erhält aber Unterstützung von Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer, wie der „Spiegel“ berichtete. Auch die Deutsche Presse-Agentur erfuhr, dass Merkel dem 68 Jahre alten Baden-Württemberger zusicherte, ihn wieder als Fraktionschef vorzuschlagen. Seehofer habe Kauder im Gespräch zugesagt, ihn unterstützen zu wollen.

          Der Finanzexperte Brinkhaus sagte den „Funke“-Zeitungen: „Ja, es ist richtig: Ich habe für die anstehende Wahl des Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion mein Interesse angemeldet. Das sollte in einer Demokratie kein ungewöhnlicher Vorgang sein.“ Er habe in seinen Gesprächen „viele positive Rückmeldungen“ bekommen, sagte der 50 Jahre Steuerberater aus Gütersloh. Wie groß sein Rückhalt in der größten Bundestagsfraktion ist, ist unklar.

          Gegenkandidatur stößt auf Zustimmung

          In der „Bild“-Zeitung zeigte sich der Merkel-kritische Abgeordnete Klaus-Peter Willsch erfreut über Brinkhaus’ Ambitionen. Dieser sei eine „ausgezeichnete Wahl“. Der CDU-Parlamentarier Michael von Abercron sprach sich ebenfalls für die Kandidatur von Brinkhaus und die „Erneuerung an der Fraktionsspitze“ aus. Auch sein ostdeutscher Kollege Sepp Müller will Brinkhaus wählen und damit „einen Generationswechsel einleiten“.

          Schon nach dem enttäuschenden Abschneiden bei der Bundestagswahl war Kauder bei der Wiederwahl des Fraktionschefs abgestraft worden. Kauder hatte nur 77 Prozent erhalten, nachdem er zuvor Zustimmungsquoten von meist weit über 90 Prozent hatte. 2013 hatte er sogar 97,4 Prozent erreicht.

          Brinkhaus sitzt seit 2009 im Bundestag und ist seit 2016 auch stellvertretender Vorsitzender der nordrhein-westfälischen CDU. Allerdings versagt ihm sein eigener Landesverband die Unterstützung. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident und CDU-Bundesvize Armin Laschet (CDU) hatte am Donnerstag erklärt: „Es gibt keine Notwendigkeit, Kauder abzulösen.“ Brinkhaus habe weder mit ihm noch mit dem CDU-Landesverband oder mit der Landesgruppe im Bundestag über seine Pläne gesprochen, sagte Laschet. Er habe sich selbst ins Gespräch gebracht.

          Weitere Themen

          Habeck hängt Kramp-Karrenbauer ab

          Kanzlerfrage : Habeck hängt Kramp-Karrenbauer ab

          Der Grünen-Chef würde bei einer Direktwahl des Bundeskanzlers laut einer Umfrage doppelt so viele Stimmen erhalten wie seine Amtskollegin bei der CDU. Mit Friedrich Merz als Kandidat sähe die Lage anders aus.

          Im Smarthome auf Verbrecherjagd? Video-Seite öffnen

          Innenministerkonferenz : Im Smarthome auf Verbrecherjagd?

          Der Nutzung von Alexa oder Siri zur Überwachung Verdächtiger hat die Innenministerkonferenz in Kiel eine Absage erteilt. Andere Themen der Konferenz waren unter anderem die Bekämpfung der Clan-Kriminalität und des Kindesmissbrauchs.

          Topmeldungen

          Grünen-Chef Robert Habeck

          Kanzlerfrage : Habeck hängt Kramp-Karrenbauer ab

          Der Grünen-Chef würde bei einer Direktwahl des Bundeskanzlers laut einer Umfrage doppelt so viele Stimmen erhalten wie seine Amtskollegin bei der CDU. Mit Friedrich Merz als Kandidat sähe die Lage anders aus.
          Indiens Regierungschef Narendra Modi und der amerikanische Präsident Donald Trump

          Handelsstreit mit Amerika : Indien erhebt Vergeltungszölle

          In Asien bekommt Donald Trump einen weiteren Gegner im Handelskonflikt. Erst strich der amerikanische Präsident Indien Sondervergünstigungen. Nun wehrt sich die Regierung in Neu Delhi.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.