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Merkel und AKK : Die große Enttäuschung

Der Tag, an dem die Kanzlerin ihren Verzicht auf den CDU-Vorsitz ankündigte: Merkel und Kramp-Karrenbauer am 4. November 2018 Bild: EPA

Die CDU nahm bewegt Abschied von Annegret Kramp-Karrenbauer. Nur die Kanzlerin richtete kein Wort des Dankes an sie. Was war da los?

          5 Min.

          Überschwänglich war der Dank an Annegret Kramp-Karrenbauer beim Parteitag der CDU. Volker Bouffier, Tobias Hans, Julia Klöckner – alle fanden warme Worte für ihre scheidende Vorsitzende, lobten ihren Mut, würdigten ihre Integrität, und Kramp-Karrenbauer, die ihren komfortablen Platz im Saarland aufgegeben hatte, um dann in Berlin zu scheitern, kämpfte mit den Tränen. Nur Angela Merkel sagte nichts dergleichen. Sie blickte zurück auf ihre vielen Regierungsjahre und voraus in die Zukunft. „Liebe Annegret“, so hatte sie ihr Grußwort aus dem Kanzleramt begonnen, doch ansonsten verlor sie kein Wort über jene Frau, die mal als ihre Kronprinzessin galt.

          Livia Gerster

          Redakteurin in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Mitglieder der CDU saßen vor ihren Bildschirmen und wunderten sich, jeder auf seine Weise. Jene, die zu den Freunden Kramp-Karrenbauers zählen, empfanden Merkel als kalt. Kramp-Karrenbauer habe der Kanzlerin mehrmals politisch das Leben gerettet, und dann kein Wort des Dankes? Dass die Kanzlerin wieder so gut dastehe, so ihre Überzeugung, habe sie doch Kramp-Karrenbauer zu verdanken, die den Riss zwischen den Schwesterparteien kittete, die Gegner von Merkels Flüchtlingspolitik besänftigte und alle Kugeln abbekam, die für Merkel bestimmt waren.

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