https://www.faz.net/-gpf-9cdmo

Pflege soll attraktiver werden : Merkel besucht Pflegeheim – und löst ihr Wahlkampfversprechen ein

  • Aktualisiert am

Wahlkampfversprechen eingelöst: Merkel in einem Pflegeheim in Paderborn Bild: EPA

Bei einer Live-Sendung im Bundestagswahlkampf 2017 versprach Bundeskanzlerin Merkel einem Pfleger, ihn auf seiner Arbeit zu besuchen. Heute war sie in Paderborn – und machte Versprechungen.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich bei ihrem Besuch im Paderborner Pflegeheim St. Johannisstift für eine Neuordnung des Pflegesystems ausgesprochen. Die ganze Regierung sei verpflichtet, an der Verbesserung der Pflege mitzuarbeiten, sagte sie am Montagnachmittag im Anschluss an eine Gespräch mit Mitarbeitern und Bewohnern des Stifts.

          Merkel bekräftigte, den Beruf des Pflegers attraktiver gestalten zu wollen. Sie sehe keinen Grund, weshalb jemand, der Menschen pflegt, nicht genauso viel – „wenn nicht sogar ein wenig mehr“ – verdienen solle als jemand, der in einer Bank arbeite oder Maschinen bediene. Bessere Bedingungen in der Pflege forderte auch Pfleger Ferdi Cebi, der die Kanzlerin während des Wahlkampfs 2017 in die Einrichtung eingeladen hatte. Vor allem forderte er eine würdevolle Pflege alter Menschen, für die die einzelnen Pfleger jedoch Zeit bräuchten.

          Der Vorsitzende des Heims, Martin Wolf, verdeutlichte, die Pflegenden verdienten eine angemessene Bezahlung. Die Pflegekassen müssten mehr von den Kosten übernehmen, wenn die Heimbewohner diese nicht selbst stemmen könnten. „Wenn wir uns heute nicht um die Pflege kümmern, dann sieht es irgendwann düster aus.“ Das Problem betreffe die alten Menschen von heute, in Zukunft aber auch alle anderen.

          „In diesem Beruf ist Zeit wichtig, weil das Herz nur dann sprechen kann, wenn die Zeit da ist“, betonte auch Merkel. Die Pflegekräfte sollten gerne zur Arbeit gehen und dürften nicht überfordert werden.

          Weitere Themen

          Syrischer Flüchtling kehrt heim Video-Seite öffnen

          Von Berlin in den Krieg : Syrischer Flüchtling kehrt heim

          2015 kam Mohammed al-Naimi über die Balkanroute nach Deutschland, der junge Syrer baute sich in Deutschland ein neues Leben auf. Doch der Krieg in seiner Heimat ließ ihn nicht los, gegen der Rat seiner Familie kehrte er zurück und schloss sich einer ehemals von Amerika unterstützten Widerstandsgruppe an.

          Gegen die Zombies

          FAZ Plus Artikel: Erbe der Sowjetunion : Gegen die Zombies

          Wo früher die Sowjetunion war, herrschen heute oft Diktatoren, alte Seilschaften und Korruption. Immer mehr junge Leute, denen die eingeimpfte, angstvolle Einordnung ins Kollektiv fremd ist, wollen einen anderen Weg gehen.

          Topmeldungen

          Der britische Justizminister David Gauke

          Wegen Johnson : Britischer Justizminister kündigt Rücktritt an

          Sollte Boris Johnson Premierminister werden, will David Gauke sein Amt niederlegen. Ein No-Deal-Brexit, wie ihn Johnson verfolge, bedeute seiner Meinung nach eine nationale „Demütigung“, die er nicht unterstützen könne.
          Feierliches Rekrutengelöbnis und Gedenken an den Widerstand gegen das NS-Regime

          Wegen Sicherheitsbedenken : Bundeswehr weist extremistische Bewerber ab

          Seit 2017 wird jeder potentielle Neusoldat durchleuchtet. Von mehr als 43.000 Bewerbern sind bisher 63 abgelehnt worden, darunter Neonazis, Islamisten und andere „Gewaltbereite“. Es gibt eine Vermutung, warum es nicht mehr sind.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.