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Neujahrsansprache : Merkel: „Erderwärmung ist real“

Bundeskanzlerin Angela Merkel während der Aufzeichnung ihrer Neujahrsansprache. Bild: dpa

Die Kanzlerin rechtfertigt das kürzlich beschlossene Klimaschutzprogramm des Bundes. Noch könne die Erderwärmung begrenzt werden.

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          Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zum Jahreswechsel den Appell geäußert, „alles Menschenmögliche“ zu unternehmen, um den Klimawandel zu begrenzen. Die Kanzlerin sagte in ihrer Neujahrsansprache: „Die Erwärmung unserer Erde ist real. Sie ist bedrohlich. Sie und die aus der Erderwärmung erwachsenden Krisen sind von Menschen verursacht.“ Also müsse alles geschehen, um „diese Menschheitsherausforderung zu bewältigen“; noch sei das möglich.

          Johannes Leithäuser

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Merkel rechtfertigte das kürzlich beschlossene Klimaschutzprogramm des Bundes, dessen Maßnahmen „den einen Angst machen, dass sie sie überfordern könnten, und den anderen noch lange nicht ausreichen“. Das neue Gesetz biete „im Wortsinne“ den „notwendigen Rahmen“ dafür, den Klimawandel ökologisch, ökonomisch und sozial „in den Griff zu bekommen“. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass Deutschland dabei aufbauen könne auf dem, „was uns schon immer stark gemacht hat“, und zählte auf: „unserem Erfindergeist, unserem Fleiß und unserer Hartnäckigkeit, unseren Handwerkern, Ingenieuren und Fachkräften, unseren staatlichen und ehrenamtlichen Strukturen, unserer Art des Zusammenlebens in Familien und Vereinen, der Wertschätzung für diejenigen, die zum Beispiel in der Pflege für andere Menschen und mit anderen Menschen arbeiten“.

          Deutsche EU-Ratspräsidentschaft

          Die Kanzlerin stellte in Aussicht, Deutschland werde sich während der deutschen Ratspräsidentschaft in der EU im nächsten Jahr dafür einsetzen, dass Europa „seine Stimme stärker in der Welt“ einbringe. Sie erneuerte ihre Feststellung, Deutschland könne es auf Dauer nur dann gutgehen, „wenn es auch Europa gutgeht“. Deutschland werde die Rolle Europas in der Welt dadurch zu stärken versuchen, dass es „einen Gipfel aller Mitgliedstaaten mit China und ein Treffen mit den Staaten Afrikas“ ausrichte.

          Die Zusammenarbeit mit Afrika hob die Bundeskanzlerin besonders hervor. Sie liege auch „in unserem eigenen Interesse“. Nur wenn die Menschen auch in Afrika die Chance auf ein friedliches und sicheres Leben hätten, „werden Flucht und Migration abnehmen“. Und nur wenn „wir Kriege durch politische Lösungen beenden, wird sich nachhaltige Sicherheit einstellen“. Die Sicherheit und der Wohlstand in Deutschland hingen „wesentlich davon ab, dass es auch in unserer Nachbarschaft sicher wird und wirtschaftlich aufwärtsgeht“. Aus diesem Grund gebühre Dank „unseren Soldatinnen und Soldaten, den Polizistinnen und Polizisten als auch den zivilen Helferinnen und Helfern, die fern der Heimat ihren Dienst tun“.

          In ihrer Neujahrsansprache ging die Bundeskanzlerin auch auf den digitalen Wandel ein. Sie sagte, auf die Anforderungen der Digitalisierung müssten „neue Antworten“ gefunden werden; alle Menschen sollten Zugang haben zu der Bildung, „die sie für diesen Wandel brauchen“. Notwendig sei „mehr denn je“ der „Mut zu neuem Denken, die Kraft, bekannte Wege zu verlassen, die Bereitschaft, Neues zu wagen“. Merkel sagte, es brauche die Überzeugung, dass Ungewohntes gelingen könne und müsse, wenn es künftigen Generationen noch möglich sein solle, auf der Erde gut leben zu können.

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