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Kanzlerin im CNN-Interview : Merkel: Ergebnisse der Grünen als Aufforderung an die Union

  • Aktualisiert am

Kanzlerin Merkel spricht bei CNN über die Lehren aus dem guten Wahlergebnis der Grünen. (Archivfoto) Bild: AFP

Die CDU müsse noch bessere Antworten auf Fragen finden, die die Menschen derzeit bewegen, resümiert die Kanzlerin bei CNN. Zudem spricht sie über das Erstarken populistischer Kräfte und Startschwierigkeiten mit Barack Obama.

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          Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das gute Abschneiden der Grünen bei der Europawahl mit den Themen begründet, die die Menschen im Augenblick sehr bewegen. Das sei zum Beispiel der Klimawandel, sagte die CDU-Politikerin in einem CNN-Interview, das am Dienstagabend in voller Länge ausgestrahlt wird. Für ihre Partei sei das „natürlich dann auch Aufforderung, noch bessere Antworten auf diese Fragen zu finden und vor allen Dingen zu sagen, dass wir uns den Zielen, die wir uns selbst gesetzt haben, auch verpflichtet fühlen“.

          Erfreut zeigte sich Merkel in einem vorab veröffentlichten Ausschnitt über die gestiegene Wahlbeteiligung bei der Europawahl. Gleichzeitig bekräftigte sie, dass die Tatsache, dass ihre Partei stärkste Kraft geworden sei, eine Rolle bei der Besetzung der Positionen in der EU spielen werde.

          Die Europäische Volkspartei (EVP), zu der die CDU gehört, war mit Spitzenkandidat Manfred Weber in den Wahlkampf gegangen. Er rechnet sich Chancen aus, neuer Präsident der Europäischen Kommission zu werden.

          Verstand sich Merkel mit Obama besser als mit Trump?

          Hinsichtlich des Erstarkens rechter Parteien in Europa sowie Antisemitismus „gebe es noch viel Arbeit“. Deutschland müsse durch seine Vorgeschichte besonders wachsam sein. Populistischen Kräften gelte es zu zeigen, „warum wir für Demokratie einstehen“.

          Im Gespräch mit der bekannten CNN-Journalistin Christiane Amanpour bekräftigte Merkel zudem die Partnerschaft Deutschlands mit den Vereinigten Staaten. Durch die Unterstützung Amerikas nach dem Zweiten Weltkrieg seien deutsche Kanzler „verpflichtet“, ein Bündnis mit dem amerikanischen Präsidenten zu schmieden. Auf die Frage, ob sie mit dem ehemaligen Präsidenten Barack Obama besser auskam als mit dem amtierenden Staatsoberhaupt Donald Trump, erklärte sie, dass sie auch mit Obama ihre Startschwierigkeiten gehabt habe: Sie erinnerte an 2008, als Obama während seiner Kandidatur eine Rede vor dem Brandenburger Tor halten wollte. Die Wahl des Platzes sorgte damals für Streit in der Union – und Obama musste seinen Auftritt an die Siegessäule verlegen.

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