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Merkel gegen Eurobonds : Mit vollem Einsatz

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Ein Herz und eine Seele - dank Eurobonds. Bundeskanzlerin Merkel und der FDP-Fraktionsvorsitzende Rainer Brüderle am Dienstag Abend in Berlin Bild: dpa

Eine gesamtschuldnerische Haftung werde es mit ihr nicht geben, sagt Bundeskanzlerin Merkel, und zwar, so lange sie lebe. Es könnte das Zitat des Jahres werden.

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          Mit vollem Einsatz hat Angela Merkel versucht, die Abgeordneten der schwarz-gelben Koalition von ihrem Kurs in der Euro-Politik zu überzeugen. Und weil die Bundeskanzlerin weiß, dass es auch Zweifler zu überreden gilt, tat sie es mit persönlicher Emphase. Euro-Bonds, also eine Art Haftung für die Schulden anderer Staaten, werde es mit ihr nicht geben.

          Das wiederum hat sie schon einige Male gesagt, und die Zweifler - Peter Gauweiler (CSU), Frank Schäffler (FDP) und Klaus-Peter Willsch (CDU) - glauben deshalb nicht mehr daran. Angela Merkel hatte also die Dosis zu erhöhen. Sie tat es bei den Koalitionsfreunden der FDP, deren Bundestagsfraktion sie am Dienstagabend über die europäischen Termine und die Euro-Position der Bundesregierung unterrichtete. Eine gesamtschuldnerische Haftung, rief sie, werde es mit ihr nicht geben, sagte sie, und fügte an: „So lange ich lebe“.

          Es könnte das Zitat des Jahres werden, weil es so gar nicht zu dem sonstigen, stets vieles offen lassenden Rededuktus der Bundeskanzlerin passte. Einige FDP-Zuhörer waren vollkommen begeistert und wünschten Angela Merkel sogleich ein „langes Leben“. Thomas Oppermann, der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, dachte pflichtgemäß anders. Er bezog Angela Merkels Ausruf auf deren Amtszeit. „Oh Gott“, sagte er, „es ist wieder so weit.“ Sicherlich kämen die Euro-Bonds schon morgen.

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