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Merkel besucht Trump : Weißes Haus bestätigt Reise der Kanzlerin

  • Aktualisiert am

Wiederholung Ende April? „Shakehands“ zwischen Angela Merkel und Donald Trump im Weißen Haus Bild: dpa

Geben sie sich diesmal die Hand? Angela Merkel reist in widrigen Zeiten zum amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Bei dem Treffen Ende April dürfte es vorwiegend um dessen Handelspolitik gehen.

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          Bundeskanzlerin Angela Merkel wird in nächster Zeit den amerikanischen Präsidenten Donald Trump im Weißen Haus treffen. Das bestätigte ein Sprecher Trumps. An den Details des Treffens werde noch gearbeitet. Nach Angaben der „Bild“-Zeitung ist der Besuch für den 27. April geplant. Das wäre nur wenige Tage nach dem Besuch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron bei Trump.

          Im Mai steht seitens Amerika eine Neubewertung des Atomabkommens mit dem Iran an. Die Spekulationen verdichten sich, dass Trump sich aus dem ihm verhassten Pakt zurückziehen wird. Macron und Merkel dürften versuchen, dem entgegenzuwirken.

          Die traditionell guten deutsch-amerikanischen Beziehungen haben sich unter Trump massiv verschlechtert. Amerika und Deutschland sprechen in vielen außen- und sicherheitspolitischen Fragen nicht mehr mit einer Stimme. Trump hielt Deutschland wiederholt vor, nicht genug Geld in die Verteidigung zu investieren.

          Treffen die Strafzölle nach China auch die EU?

          Wie bereits beim ersten Treffen der beiden im März 2017 dürften auch nun die Handelsbeziehungen einen Schwerpunkt der Gespräche bilden. Schon damals hatte Trump Deutschland und anderen Ländern mit Strafzöllen gedroht. Während Deutschland und die EU nun zunächst ausgenommen sind, kam es mit China zu einem Handelskonflikt.

          Trump hatte beim Treffen mit Merkel vor gut einem Jahr mit Blick auf den deutschen Handelsüberschuss betont: „Wir wollen Fairness, keine Siege.“ Deutschland habe bisher die besseren Verhandler als die Amerikaner gehabt, das müsse man anerkennen. „Vielleicht können wir das zumindest ausgleichen.“

          Donald Trump: Handelsmann oder Isolationist?

          Die Vereinigten Staaten waren zuletzt größter Absatzmarkt für Produkte „Made in Germany“. Der deutsche Handelsüberschuss lag bei etwa 50 Milliarden Euro. Trump versuchte damals den Eindruck zurückzuweisen, er setze auf Abschottung. Er sei als amerikanischer Präsident ein Handelsmann und kein Isolationist. Kanzlerin Merkel hatte die Notwendigkeit eines fairen Handels hervorgehoben.

          Gerungen werden dürfte auch über die in den Augen der Amerikaner zu niedrigen deutschen Verteidigungsausgaben. Merkel sagte damals zu, diese weiter zu erhöhen. Deutschland habe sich auf das Nato-Ziel verpflichtet, bis 2024 zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für das Militär auszugeben.

          Beim offiziellen Fototermin wirkte Trump damals streng und abwesend. Die zurückhaltende Frage der Kanzlerin, ob es denn nicht noch einen „Handshake“ für die Fotografen geben solle, ignorierte er offensichtlich und schaute angestrengt geradeaus. Er sagte danach, er habe Aufforderungen oder Fragen zu einem Handschlag nicht gehört.

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