Meinungsfreiheit : Was haben Autonome gegen de Maizière?

Im Alten Rathaus in Göttingen liest der frühere Innenminister Thomas de Maizière aus seinem Buch übers Regieren. Ein paar Meter weiter sitzen zwei Autonome, die das verhindern wollten. Im Namen der Revolution.
Im Café „Gartenlaube“ in Göttingen sitzen an diesem Abend zwei Männer, die hier nicht reinpassen. Die meisten Gäste sind laut und lustig, sie trinken Bier oder Wein. Draußen haben gerade die Glühweinbuden geschlossen, drinnen schäumt vorweihnachtliche Geselligkeit. Die beiden Männer aber sind still und ernst. Und wie um den Abstand zu den Lustigen zu betonen, bestellen sie kein Bier, keinen Wein; einer nimmt einen Kirsch-Bananen-Saft, der andere Pfefferminztee. Die Männer, Mitte zwanzig, in schwarzen Sweatshirts, sitzen hier, weil sie sich bereit erklärt haben, über Meinungsfreiheit zu sprechen. Sie sind Linksradikale, Antifa-Leute, und an diesem Abend waren sie gleich um die Ecke wieder im Einsatz. Gegen den Staat im Allgemeinen und gegen Thomas de Maizière im Besonderen.





