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Umfrage nach Morden in Hanau : Deutsche machen AfD mitverantwortlich für rechtsextreme Gewalt

  • Aktualisiert am

Der Tatort am Heumarkt in Hanau am Tag nach dem Anschlag Bild: Francois Klein

Rund die Hälfte der Deutschen ist laut einer Umfrage der Ansicht, dass die größte Terrorbedrohung im Land vom Rechtsextremismus ausgehe. Im Sonntagstrend verlieren Union und AfD in der Wählergunst.

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          Wenige Tage nach dem offenbar rassistisch motivierten Anschlag im hessischen Hanau sieht die Mehrheit der Deutschen einer Umfrage zufolge eine Mitverantwortung der AfD an rechtsextremer Gewalt. 60 Prozent der Befragten sind dieser Meinung, wie das Institut Kantar für „Bild am Sonntag“ (BamS) herausfand. Nur 26 Prozent glauben nicht, dass die Partei mitverantwortlich ist für Gewalttaten wie in Hanau, 14 Prozent sind unentschlossen.

          Der Umfrage zufolge glauben 49 Prozent der Befragten außerdem, dass vom Rechtsextremismus die größte Terrorgefahr in Deutschland ausgeht. Lediglich 27 Prozent halten islamistischen Fundamentalisten für die größte Bedrohung, sechs Prozent sehen sie im Linksextremismus. 46 Prozent der Befragten sind zudem der Ansicht, dass die deutschen Sicherheitsbehörden zu wenig auf die Gefahren achten, die vom Rechtsextremismus ausgehen; 41 Prozent teilen diese Meinung nicht.

          Im Sonntagstrend verliert die Union in der Wählergunst. CDU und CSU büßen im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt ein und erreichen nur noch 27 Prozent. Unverändert dahinter liegen die Grünen mit 20 Prozent und die SPD mit 15 Prozent. Die AfD verliert einen Prozentpunkt und erreicht nur noch 14 Prozent. Die Linke stagniert bei 10 Prozent, die FDP kann einen Punkt auf 7 Prozent zulegen. Ebenso die sonstigen Parteien, die jetzt 7 Prozent wählen würden.

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