https://www.faz.net/-gpf-8ot07

Höchststand : Rund 50.000 Asylbewerber gehen freiwillig

  • Aktualisiert am

Immer mehr Asylbewerber verlassen Deutschland freiwillig. Hier die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber auf dem Gelände der Bayernkaserne in München. Bild: dpa

Die Zahl der freiwilligen Rückkehrer unter Asylbewerbern und Migranten hat 2016 einem Bericht zufolge den höchsten Stand seit 16 Jahren erreicht. Zudem zeigen die Kontrollen an der Grenze Wirkung.

          2 Min.

          Rund 55.000 sind 2016 laut einem Zeitungsbericht mit finanzieller Unterstützung Deutschlands in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Das berichtet berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ (Mittwochsausgabe) unter Berufung auf eine Schätzung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge.

          Die Anzahl der Abschiebungen war mit geschätzt 25.000 in diesem Jahr nicht einmal halb so hoch wie die der freiwilligen Rückreisen, wie es in dem Bericht weiter heißt. Die meisten Rückkehrer stammen demnach vom Westbalkan; sie waren ohne ernsthafte Chance auf ein dauerhaftes Bleiberecht in Deutschland und dürften durch die freiwillige Rückkehr ihrer Abschiebung zuvorgekommen sein.

          Allein 15.000 Menschen seien bis November nach Albanien zurückgekehrt, heißt es in dem Bericht. Das sei mit Abstand die größte Gruppe in diesem Jahr. Auf den folgenden Plätzen lägen mit jeweils gut 5000 Rückkehrern Serbien, der Irak und Kosovo. Vor allem nach Afghanistan, Iran und in den Irak habe sich die Anzahl der Rückkehrer in diesem Jahr deutlich erhöht: Nach Afghanistan etwa reisten demnach bis November mehr als 3200 Menschen freiwillig zurück - gut zehn Mal mehr als im Vorjahr.

          Entscheidet sich etwa eine fünfköpfige Familie vor Zustellung des negativen Asylbescheids zur Rückkehr, kann sie laut “Süddeutscher Zeitung“ rund 4200 Euro erhalten - zusätzlich zur Grundförderung. Dies beinhalte Reisekosten, ein Reisetaschengeld sowie eine einfache Starthilfe, die - je nach Land und Alter der Kinder - bei etwa 1000 bis 3000 Euro liegen kann. Die Bundesregierung will die freiwillige Rückkehr noch stärker fördern und im kommenden Jahr ein neues Programm auflegen.

          20.000 Migranten an deutschen Außengrenzen abgewiesen

          In der gleichen Zeit hat die Polizei soll an den deutschen Außengrenzen in diesem Jahr etwa 20.000 Flüchtlingen die Einreise verweigert haben. Damit habe sich die Zahl der Zurückweisungen an den Landesgrenzen, Flughäfen und Seehäfen im Vergleich zum Vorjahr weit mehr als verdoppelt, schreibt die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch) unter Berufung auf Zahlen der Bundespolizei.

          Von Januar bis Ende November durften demnach 19.720 Menschen nicht nach Deutschland einreisen. Die Dezember-Zahlen stehen noch aus. 2015 wurde noch 8913 Migranten die Einreise verweigert. Im September vergangenen Jahres hatte die Bundesregierung auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise die Grenzkontrollen wieder eingeführt. In der Tendenz sind die Zurückweisungen dem Bericht zufolge aber stark rückläufig - so wie auch die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge.

          Das hänge auch damit zusammen, dass die Bundespolizei seit Jahresmitte Kontrollen nur noch an der Grenze zu Österreich durchführt. Von Januar bis November seien hier 15.019 Menschen und damit 76 Prozent aller Flüchtlinge abgewiesen worden. Die größte Gruppe der Abgewiesenen sind nach dem Bericht afghanische Staatsbürger (3695). Es folgen 2142 Syrer, 1794 Iraker und 1237 Nigerianer.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Im Streit mit der EU: Vor dem polnischen Verfassungsgericht am 22. September

          Polens Streit mit der EU : Aus politischen Gründen vertagt?

          Zum vierten Mal hat das polnische Verfassungsgericht die Entscheidung darüber aufgeschoben, ob nationales über EU-Recht steht. Dahinter stecke Kalkül, heißt es aus Brüssel.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.