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Mecklenburg-Vorpommern : Landtag prüft Vorwürfe zu Sex-Partys im Gebäude

Blick auf das Schweriner Schloss, den Sitz des Landtags Bild: dpa

Ein AfD-Politiker wirft einem Parteifreund vor, dieser habe „Saufgelage“ und Partys mit Prostituierten im Schweriner Schloss veranstaltet. Die Landtagsverwaltung geht dem nach – und prüft ein Fehlverhalten des Sicherheitsdienstes.

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          Die Landtagsverwaltung von Mecklenburg-Vorpommern prüft Vorwürfe, dass Personen unberechtigt in den Landtag gelangt sein sollen. „Im Internet wird öffentlich der Vorwurf erhoben, es habe Fehlverhalten des Haussicherheitsdienstes des Landtages gegeben. Konkret geht es darum, dass sich Personen unrechtmäßig im Haus aufgehalten haben sollen. Auch der Plenarsaal soll unrechtmäßig betreten worden sein“, sagte ein Sprecher der Landtagsverwaltung am Dienstag der F.A.Z.

          Anna-Lena Ripperger
          Redakteurin in der Politik.

          Konkret gehe es darum, dass sich Personen unrechtmäßig im Schweriner Schloss aufgehalten und auch den Plenarsaal unrechtmäßig betreten haben sollen. „Dem gehen wir nach“, sagte der Sprecher. Medienberichten zufolge soll es Sex-Partys und Saufgelage in den Fraktionsräumen der AfD gegeben haben.

          Zunächst hatte die Schweriner Zeitung über den Fall berichtet. Der Zeitung zufolge löste ein Video des AfD-Politikers Thomas Kerl die Untersuchungen aus. Unter Berufung auf ein Online-Erotikportal und einen anonymen Brief berichtete dieser von den angeblichen Vorfällen, wie etwa „Saufgelagen“ oder Treffen mit „leicht bekleideten Mädchen“. Kerl zufolge sei ein Fraktionskollege in diese verwickelt. Einen Namen nannte Kerl nicht.

          Der Sprecher der AfD-Fraktion, Philip Hentschel sagte der F.A.Z. am Dienstag, Kerl veröffentliche seit einiger Zeit Videos, deren Inhalt nach Ansicht des Landesverbandes parteischädigend sei. Derzeit laufe ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn. Der von Kerl beschuldigte Fraktionskollege habe die Vorwürfe in einer Sitzung der Fraktion und auch in einer internen Whatsapp-Gruppe zurückgewiesen.

          Man warte nun die Ergebnisse der Untersuchung des Landtags ab, „die wir auch begrüßen“, sagte Hentschel. Die Fraktion gehe aber davon aus, dass sich die Vorwürfe nicht bestätigen werden.

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