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Celle : Massenschlägerei zwischen Muslimen und Yeziden

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Der Streit über die Situation in Syrien und im Irak endete mit Fußtritten und Faustschlägen: Im niedersächsischen Celle ist es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen yezidischen Kurden und muslimischen Tschetschenen gekommen. Beinahe 100 Personen waren daran beteiligt. Nun bemühen sich die Behörden um Dialog und Deeskalation.

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          Im niedersächsischen Celle haben sich am Montagabend yezidische Kurden und muslimische Tschetschenen eine Massenschlägerei geliefert. An der Auseinandersetzung waren nach Schätzungen der Polizei bis zu sechzig Yeziden und bis zu dreißig sunnitische Tschetschenen beteiligt.  Entzündet hatte sich der Streit vermutlich über unterschiedliche Bewertungen der Situation in Syrien und im Irak, wo die Yeziden als gesellschaftlich geringgeachtete religiöse Minderheit  von der sunnitischen Terrorgruppe „Islamischer Staat“ besonders brutal verfolgt werden.

          Beide Gruppen trafen am Montagabend im Celler Ortsteil Neuenhäusen aufeinander. Die zunächst verbalen Auseinandersetzungen eskalierten; es gab Faustschläge, Fußtritte, auch mit Gegenständen wurde zugeschlagen. Sechs Personen wurden ärztlich behandelt, eine davon musste am Dienstag noch im Krankenhaus bleiben. Festnahmen gab es keine, allerdings ermittelt die Polizei wegen Gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch in besonders schwerem Fall.

          Um die Situation unter Kontrolle zu bringen, waren etwa 50 Beamte im Einsatz, die zum Teil aus benachbarten Landkreisen hinzugezogen werden mussten. Die Yeziden in Deutschland leben mehrheitlich in Nordwestdeutschland, insbesondere in Celle, das mit mehr als 7000 Angehörigen die europaweit größte yezidische Minderheit hat.

          Eine Schlägerei dieses Ausmaßes habe es bisher noch nicht gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Die Yeziden seien aus Sicht der Polizei als Gruppe „nicht besonders auffällig“. Von der tschetschenischen Gruppe sei „bisher nichts bekannt“ gewesen. Es gebe keine Hinweise darauf, dass es sich bei ihnen um radikale Islamisten handele.

          Unmittelbar nach der Schlägerei begannen die Behörden gemeinsam mit beiden Gruppen einen Dialogprozess, um weitere Konfrontationen zu verhindern. Für Dienstagabend war ein Treffen im yezidischen Kulturzentrum geplant. Nächste Woche sollen die Gespräche in einem Raum der Muslime fortgesetzt werden.

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