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Schulsenator Ties Rabe : Maskenpflicht an Schulen in Hamburg

  • Aktualisiert am

Hamburgs Schulsenator Rabe Bild: dpa

In Hamburg beginnt am Donnerstag wieder der Unterricht. Ausgenommen von der Maskenpflicht sind Grundschüler bis zehn Jahren. Am eigentlichen Arbeitsplatz erlischt die Pflicht.

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          An Hamburgs Schulen gilt wegen der Corona-Pandemie mit Beginn des neuen Schuljahrs eine Maskenpflicht. „Wir haben uns am Wochenende noch einmal mit führenden Verbänden abgestimmt (...), die jetzt doch zu der Einschätzung gekommen sind, dass eine Maskenpflicht sinnvoll ist“, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Montag dem Radiosender NDR 90,3. Deswegen gelte mit Beginn des neuen Schuljahres am Donnerstag für alle – Schüler, Lehrer, Besucher – eine Maskenpflicht, sobald sie das Schulgelände betreten. Ausgenommen seien nur Grundschüler bis zehn Jahre, „denn die sind noch so klein, dass sie mit den Masken eigentlich nicht fachgerecht umgehen können“.

          Die Maskenpflicht gelte für das gesamte Schulgelände, nicht aber für den Unterricht selbst. „In dem Moment, wo sich die Schülerinnen und Schüler an ihren Arbeitsplatz hinsetzen in den Klassenräumen oder wenn Lehrerinnen und Lehrer im Lehrerzimmer an ihrem Arbeitsplatz sitzen, dann erlischt die Maskenpflicht“, sagte Rabe. Aber sonst „sind die Masken ausnahmslos zu tragen“.

          Senator Rabe betonte, eine Maske im Unterricht selbst störe mehr als sie nütze, „weil man im Unterricht natürlich miteinander reden muss“. Die Kommunikation sei das eigentliche Element des Lernens. „Und dazu ist es auch wichtig, dem anderen wirklich in die Augen zu gucken, die Mimik wahrzunehmen, sich sicher zu verständigen.“ Das behindere die Maske jedoch so sehr, dass auf sie im Unterricht verzichtet werde.

          Die bereits diskutierte zweiwöchige Anlaufphase mit Heimunterricht zur Vermeidung von Ansteckungen durch Heimkehrer aus Risikogebieten lehnte Rabe ab. Zum einen seien die Infektionszahlen in Hamburg so niedrig, dass dies nicht nötig sei. Zum anderen dürfe nicht vergessen werden: „Diese Schulschließungen haben auch viele schlimme Auswirkungen. Viele Schülerinnen und Schüler haben zu Hause nicht lernen können. Und da ist jede Woche wichtig.“ Rabe kündigte zudem an, möglichst rasch auch wieder Sport-, Kunst- und Musikunterricht einzuführen.

          Mit Blick auf Forderungen nach einer noch stärkeren Digitalisierung des Unterrichts sagte der Senator: „Wir sollten nicht leichtfertig den Unterricht in der Schule absagen und glauben, dass das zu Hause alles genauso gut klappen kann.“ Viele Schülerinnen und Schüler hätten kein Kinderzimmer, litten unter beengten Wohnverhältnissen, zu Hause sei niemand, der helfen könne. In einem Viertel der Hamburger Familien werde zudem nicht deutsch gesprochen. „Deswegen wollen wir zunächst einmal alles tun, damit das Lernen an der Schule auch wirklich wieder möglich ist. Sonst würden wir die soziale Schere im Bildungsbereich noch weiter auseinanderklaffen lassen und viele, viele Schülerinnen und Schüler (...) ernsthaft einschränken in ihrer geistigen, seelischen und psychischen Entwicklung.“

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          In Mecklenburg-Vorpommern, wo am Montag die Schule wieder begann, gilt bereits eine Maskenpflicht. Mehrere andere Bundesländer wie Berlin, Bayern und Baden-Württemberg haben schon angekündigt, im Kampf gegen das Coronavirus eine Maskenpflicht in Schulgebäuden einzuführen. In anderen Ländern wie Nordrhein-Westfalen ist von freiwilligen Maskengeboten die Rede, oder es liegt – wie in Hessen oder Sachsen – im Ermessen der Schulen.

          Am Wochenende hatte auch Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) für eine Maskenpflicht plädiert, was für Hamburgs Schulsenator Rabe jedoch nicht ausschlaggebend gewesen sei: „Wir hören auf Experten und da sage ich mal ganz klar, die Bundesbildungsministerin ist deshalb nicht meine erste Adresse.“

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