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Masken gegen Corona : Erst sinnlos, jetzt Pflicht?

Nicht wirksam. Eine Modemaske aus Krefeld Bild: AFP

Zunächst galt der Mundschutz als unwirksam, jetzt wird er Pflicht. Der Grund: Mangelnde Vorsorge in einem digitalen Schwellenland. Nun ist die Maske ab.

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          Das älteste Mittel erweist sich als das beste, wenn es nun darum geht, Sicherheit und Freiheit in der Corona-Krise möglichst gut und möglichst schonend miteinander in Einklang zu bringen: die Maske. Ihr Gebrauch wird mittlerweile empfohlen, teils im Nahverkehr und in Geschäften auch vorgeschrieben. Das war zu Beginn der Pandemie noch ganz anders. Da wurde von Bundesregierung und Robert-Koch-Institut von dem Tragen von Schutzmasken abgeraten, wenn nicht davor gewarnt: Nicht wirksam, nicht sinnvoll.

          Nun wusste man zu Beginn der Krise wenig über das Virus und dessen Verbreitung. Und es ist (weiterhin) richtig, die Bürger nicht in falscher Sicherheit zu wiegen. Aber von Anfang an war klar, dass eine Maske besser als gar kein Schutz ist, dass sie vor allem andere schützt und dass es auf die Art der Maske ankommt. Schon dieses geringe, aber plausible Basiswissen hätte ausgereicht, um schon früh das Tragen eines Mundschutzes auf engem öffentlichem Raum zu empfehlen.

          Freilich: gute Masken gab es anfangs kaum. Es wurde deshalb ein Akt der Solidarität dargestellt, als Privatpersonen zu verzichten, damit der Mundschutz medizinischem Personal vorbehalten bleibe. Hier zeigte sich ein Versäumnis in der Katastrophenvorsorge. Wer will das schon öffentlich eingestehen? Aber auch das gehört zu verantwortlicher Politik, ebenso wie das Eingeständnis, dass Deutschland in digitaler Hinsicht bestenfalls ein Scheinriese ist. Diese Maske ist ab. Deshalb braucht nun jeder eine.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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