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Unruhe in der Union : Schäuble: „Das ist schlicht unanständig“

„Mit dem Mandat unvereinbar“: Bundestagspräsident schaltet sich in die Debatte um Bereicherung und Käuflichkeit von Abgeordneten ein. Bild: dpa

Ein dritter Fall schweren Fehlverhaltens erschüttert die Union. So stark, dass sich Parlamentspräsident Schäuble in die Debatte einschaltet. Werden alle Abgeordneten bis Freitag Ehrenerklärungen abgeben?

          6 Min.

          Am Donnerstag war das Rumoren in der Unionsfraktion schon unüberhörbar gewesen. Zu den Fällen Nüßlein und Löbel – Abgeordnete, die mit der Vermittlung von Maskenproduktionen sechsstellige Provisionen kassiert haben sollen – komme ein dritter Fall schweren Fehlverhaltens eines Unionsabgeordneten hinzu. Lange dauerte es nicht, und die Sache bewahrheitete sich: Der Thüringer CDU-Abgeordnete Mark Hauptmann legte sein Bundestagsmandat nieder. Er war dem Vernehmen nach vorher vom Fraktionsvorsitzenden Ralph Brinkhaus dazu gedrängt worden. Dieses Mal ging es nicht um Maskengeschäfte, sondern um Aserbaidschan.

          Helene Bubrowski
          Politische Korrespondentin in Berlin.
          Johannes Leithäuser
          Politischer Korrespondent in Berlin.
          Stefan Locke
          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.
          Eckart Lohse
          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Die Verteidigungslinie des Thüringer Abgeordneten Hauptmann hatte keine 24 Stunden gehalten. Noch am Mittwoch reagierte er auf Vorwürfe zu erklärungsbedürftigen Nebentätigkeiten mit dem Mittel vermeintlicher Transparenz und verwies in seiner Antwort auf eine Bürgeranfrage auf der Internetseite „Abgeordnetenwatch“. Am Donnerstag gab er auf, weil er „die Anfeindungen und persönlichen Angriffe“ seiner Familie nicht länger zumuten wolle, wie er der Zeitung „Die Welt“ sagte.

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