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Platz für einen Gefallenen : Das Ende einer Posse

Soldaten tragen am 9. April 2010 die Särge von drei gefallenen Kameraden, darunter Martin Augustyniak, aus der St.-Lamberti-Kirche in Selsingen. Bild: APN

Ehrung mit Hindernis: Bevor in Bielefeld ein Platz nach dem gefallenen Bundeswehr-Soldaten Martin Augustyniak benannt werden kann, vollzieht die SPD zwei Kehrtwenden.

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          Es war eine regelrechte Posse, die da gerade zu Ende gegangen ist, wenige Tage vor der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen. In Bielefeld war es zuvor um die Frage gegangen, ob ein Platz im Stadtbezirk Brackwede nach einem Bundeswehrsoldaten benannt werden soll, der in Afghanistan gefallenen war. Die Bezirksvertretung Brackwede fasste diese Woche mit großer Mehrheit den Beschluss, dass das bislang namenlose Areal nun doch nach Martin Kadir Augustyniak benannt wird. Dem Beschluss war ein Streit vorausgegangen, der bis in die Bundespolitik registriert wurde und in dessen Zentrum die stärkste Fraktion des Stadtbezirks stand – die SPD.

          Lorenz Hemicker
          Redakteur in der Politik

          Dabei hatte zunächst alles nach einer einvernehmlichen Lösung ausgesehen. Im Januar des vergangenen Jahres hatte die Bezirksvertretung Brackwede mit den Stimmen der SPD beschlossen, einen kleinen Platz im Stadtteil Quelle nach Augustyniak benennen. Der Fallschirmjäger hatte dort als Jugendlicher gewohnt. Eine Bank mit seinem Namen und eine Gedenkstele wurde an dem Ort bereits aufgestellt. Den Antrag für die Benennung eines Platzes nach seinem Namen hatte die Mutter des Soldaten gestellt. Augustyniak war am 2. April 2010 im Zuge des „Karfreitagsgefechts“ zwischen der Bundeswehr und den Taliban nordwestlich von Kundus getötet worden. Der damals 28 Jahre alte Hauptgefreite hatte zuvor, obwohl selbst bereits verwundet, einen ebenfalls verletzten Kameraden geborgen. Dann starb er bei der Explosion einer improvisierten Sprengbombe.

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