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Streit um die Westsahara : Marokko ruft Botschafter aus Berlin zurück

  • Aktualisiert am

Außenansicht der Botschaft des Königreiches von Marokko in Deutschland im Jahr 2006 Bild: Picture-Alliance

Das nordafrikanische Land ist verstimmt, weil Deutschland seine Gebietsansprüche nicht anerkennt und zur Libyen-Konferenz nicht eingeladen wurde.

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          Marokko will aus Verärgerung über die deutsche Außenpolitik seinen Botschafter in Berlin zu Konsultationen zurückrufen. Hintergrund ist unter anderem der Streit um die Westsahara, die Marokko für sich beansprucht. „Die Bundesrepublik Deutschland hat wiederholt feindselig gegen die höheren Interessen des Königreichs Marokko gehandelt“, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur MAP am Donnerstag das Außenministerium zur Begründung des Schritts.

          Der Gebietsanspruch Marokkos auf die Westsahara wird international nicht anerkannt. Im Dezember bestätigte der ehemalige US-Präsident Donald Trump Marokkos Souveränität über die dünn besiedelte Region. Deutschland kritisierte diese Entscheidung und berief eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats dazu ein.

          Das nordafrikanische Land ist dem Bericht zufolge außerdem verstimmt, weil es nicht zur Berliner Libyen-Konferenz im Januar 2020 eingeladen wurde. Es sei unangemessen, Marokko von derlei Treffen auszuschließen. Das Land monierte einen „Kampf gegen die regionale Rolle Marokkos“ insbesondere im Libyen-Konflikt.

          Marokkos Verärgerung ist nicht neu: Bereits im März hatte das Königreich ohne Vorwarnung die Beziehungen zur deutschen Botschaft und den mit ihr verbundenen Organisationen ausgesetzt. Das Auswärtige Amt in Berlin sagte damals, Deutschland sehe „keinen Grund für eine Beeinträchtigung der guten diplomatischen Beziehungen zu Marokko“. Diplomatische Kontakte abzubrechen, sei „ein beliebtes Mittel der marokkanischen Außenpolitik“, hieß es wiederum aus der deutschen Gemeinde in Marokko.

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