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Personaldebatte über Seehofer : Söder will „gemeinsam“ Lösung für die CSU finden

  • Aktualisiert am

Söder am Sonntag mit Mitglieder der Jungen Union Bayern in Erlangen Bild: dpa

Sein Auftritt bei der bayerischen Jungen Union war mit Spannung erwartet worden – doch Seehofer-Rivale Markus Söder hält sich mit Angriffen zurück. Erst müsse sondiert werden – und dann geredet. In einer Umfrage rutscht die CSU derweil weiter ab.

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          Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) wünscht sich nach eigenen Worten eine gemeinsame Lösung für die künftige personelle Aufstellung der Partei. „Mein Wunsch und meine Hoffnung ist, dass wir gemeinsam eine Lösung finden, dass wir es zusammen tun“, sagte Söder am Sonntag auf der Landesversammlung der Jungen Union in Erlangen. Er gilt als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge von CSU-Chef Horst Seehofer, mindestens als Ministerpräsident. „Politik ist wie Fußball: Du brauchst starke Einzelspieler, aber wenn der Mannschaftsgeist nicht stimmt, wirst du nicht erfolgreich sein“, betonte Söder.

          „Ich will, dass wir das gemeinsam alles schaffen – denn nur gemeinsam können wir erfolgreich sein.“ Natürlich hätten die Parteibasis und die Bevölkerung nun Erwartungen an die CSU. Er halte sich aber daran, dass erst die Jamaika-Sondierungen in Berlin geführt werden sollten, sagte Söder. Anschließend müsse aber geredet werden: intern, offen und ehrlich. Da gehe es nicht um persönliche Ambitionen oder Eitelkeiten. „Es geht nur um die CSU in Bayern. Daran muss sich jeder messen lassen, und ich ganz besonders“, betonte er. „Die Frage ist immer nur eine entscheidende: Was ist die erfolgreichste und beste Formation für 2018“, wenn die Landtagswahl stattfindet. Er selber werde „für jede vernünftige Lösung“ die Hand reichen, versprach er.

          Söder mahnte zudem, die Herausforderung müsse „mit Anstand“ bewältigt werden, aber auch „mit Ergebnissen“. „Es muss uns gelingen, unsere Basis zu motivieren und die Wähler ein Stück weit wieder zu inspirieren“, betonte er und forderte: „Es muss am Ende ein Ruck durch die CSU und durch ganz Bayern gehen.“ Seehofer steht seit dem CSU-Fiasko bei der Bundestagswahl massiv unter Druck. Die Junge Union hatte sich am Samstag als erste große Parteiorganisation offen gegen den 68-Jährigen gestellt und einen Rückzug Seehofers spätestens im kommenden Jahr verlangt.

          Markus Söder bei Junger Union : „Es geht nur um die CSU und Bayern“

          CSU verliert weiter

          Unterdessen verliert die CSU weiter die Gunst der Wähler. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag der „Bild“-Zeitung (Montag) würden nur noch 37 Prozent der Wähler für die CSU stimmen, wenn an diesem Sonntag ein neuer Landtag gewählt werden würde. Die SPD käme auf 17 Prozent, drittstärkste Kraft wäre die AfD mit 13 Prozent. Die Grünen könnten mit 10 Prozent der Stimmen rechnen, Freie Wähler und FDP mit jeweils 8 Prozent. Damit könnte die CSU nicht mehr alleine im Freistaat regieren.

          Bei der Landtagswahl 2013 hatte die CSU 47,7 Prozent erreicht und die absolute Mehrheit erlangt. In den vergangenen Wochen musste die CSU bereits in mehreren Umfragen Stimmen einbüßen. In etwa einem Jahr wird im Freistaat ein neuer Landtag gewählt. Zur Wahl des neuen Bundestags vor sechs Wochen machten noch 38,8 Prozent der Wähler ihr Kreuzchen bei der CSU – und sorgten für ein historisch schlechtes Ergebnis der Christsozialen.

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